Warum Fliegen in die Venusfliegenfalle fliegen

15. Februar 2014, 12:58
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Deutsche Forscher untersuchten den Beutefang der fleischfressenden Pflanze Dionaea muscipula

Freiburg - Charles Darwin fragte sich schon vor 140 Jahren, wie die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) ihre Beute - Insekten - anlockt. Ein Forscherteam der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg überprüfte nun die Annahme, dass das fleischfressende Sonnentaugewächs Duftstoffe abgibt, die Insekten anlocken. Dies berichten sie aktuell im "Journal of Experimental Botany".

Die Wissenschafter stellten Fruchtfliegen vor die Wahl: Die Insekten konnten entweder in Richtung eines Luftstroms mit Umgebungsluft fliegen oder zu einem Luftstrom, den die Forscher zuvor über eine Venusfliegenfalle geleitet hatten. Der zweite Luftstrom enthielt somit Duftstoffe der Pflanze. Die Fliegen - männliche wie weibliche - wählten nahezu ausnahmslos den Luftstrom, der mit den Duftstoffen der Venusfliegenfalle angereichert war. Allerdings nur, wenn die Insekten ausgehungert waren: Satte Fliegen entschieden sich überwiegend dazu, überhaupt nicht zu fliegen.

Geruchssimulation

Darin sehen die Wissenschafter ihre Annahme bestätigt, dass die Pflanze Duftstoffe in die Umgebungsluft abgibt, die hungrige Fruchtfliegen als Nahrungsgeruch wahrnehmen. Chemische Analysen zeigten, dass die Venusfliegenfalle ein Bouquet von mehr als 60 Duftstoffen freisetzt, das große Ähnlichkeit mit Düften von Früchten und Blüten aufweist. Die Pflanze simuliert also den Geruch der wichtigsten Nahrungsquellen ihrer Beutetiere, um diese in die tödliche Falle zu locken.

Mit ihren zu Klappfallen umgebildeten Blättern schnappt die Pflanze dann zu: Berühren die Insekten spezielle Sinneshaare auf der inneren Oberfläche der geöffneten Blätter, werden elektrische Impulse ausgelöst und die Falle klappt blitzschnell zusammen. (red, derStandard.at, 15.2.2014)

  • Geöffnetes Fangblatt der Venusfliegenfalle.
    foto: wikimedia/noah elhardt

    Geöffnetes Fangblatt der Venusfliegenfalle.

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