Mehr Dickmacher in nördlichen Gefilden

12. Februar 2014, 13:49
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Wissenschafter erkannten Zusammenhänge zwischen Klimazonen und Darmflora

Die menschliche Darmflora könnte einer neuen Studie zufolge auch mit den Klimazonen variieren. In kälteren Regionen fänden sich im Mittel mehr Bakterien, die ein höheres Gewicht verursachen, berichten US-Forscher in der aktuellen Ausgabe der "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Aus evolutionärer Sicht mache das durchaus Sinn: Lebewesen mit höherem Gewicht geht prozentual weniger Wärme verloren, weil bei ihnen das Verhältnis zwischen Oberfläche und Volumen günstiger ist.

Taichi Suzuki von der University of California in Berkeley und Michael Worobey von der University of Arizona in Tucson hatten die Daten von 1020 Probanden aus 23 Ländern sechs zurückliegender Studien berücksichtigt. Im Fokus standen dabei zwei Bakterienstämme im menschlichen Darm, die das Gewicht eines Menschen mitbestimmen: Firmicutes und Bacteroidetes. Wissenschafter hatten zuvor gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für krankhaftes Übergewicht mit steigendem Anteil von Firmicutes- und schwindendem Anteil von Bacteroidetes-Bakterien zunimmt.

Hocheffiziente Bakterien

Bei der Datenanalyse ergab sich ein Zusammenhang zwischen dem Breitengrad des jeweiligen Wohnortes und dem Anteil der Übergewicht fördernden Bakterien: Je kühler die Wohnregion eines Probanden, desto mehr der winzigen Firmicutes hatte er im Mittel im Verdauungstrakt. Der Anteil an Bacteroidetes sank, wenn auch nicht in gleicher Stärke. Die hocheffizienten Firmicutes können fast alle Nahrungsbestandteile in nahrhafte Zucker- und Fettmoleküle umwandeln. Selbst Ballaststoffe werden fast vollständig genutzt.

In der Folge legen Menschen mit höherem Firmicutes-Anteil im Darm eher an Gewicht zu, erläutern die Forscher. "Die effektive Fettverbrennung und die Umwandlung von Nährstoffen ist für Bewohner kälterer Regionen wichtiger als in wärmeren Klimazonen."

Die Darmflora ist ein hochkomplexes ökologisches System aus zahlreichen Mikroorganismen, das sich innerhalb der ersten Lebensjahre entwickelt und bei jedem Menschen unterschiedlich aufgebaut ist. (APA; red, DER STANDARD, 12.2.2014)

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