Das besondere Gespür für den Schnee

11. Februar 2014, 17:27
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Die Schneebedingungen in den Bergen ob Sotschi fordern die Serviceleute der Nordischen. Österreichs Mannschaft sieht sich bestens gerüstet

Krasnaja Poljana - Da können Sportler noch so gut in Form sein, wenn das Material nicht passt, nützt das alles nichts. Langläufer wissen davon ein Lied zu singen und sind auf die schnelle Reaktion einer Servicetruppe auf sich ständig ändernde Bedingungen angewiesen.

Darum werden die Service-Einheiten immer größer und auch die Investitionen in technische Ausrüstung immer höher. "Wir sind bestens vorbereitet, ich habe um jeden Servicemann gekämpft", sagt Markus Gandler, Sportlicher Leiter für Langlauf und Biathlon.

In Zusammenarbeit mit ÖSV-Entwicklungschef Toni Giger wurde in Krasnaja Poljana schon lange vor Olympia intensiv getestet. Im Biathlon verfügt das ÖSV-Team über fünf Serviceleute, im Langlauf seien es inklusive der beiden Trainer Gerald Heigl und Alexander Marent sieben.

Die Lage am Schwarzen Meer könnte große Unterschiede im Verlauf der Spiele mit sich bringen. "Den Schnee muss man nehmen, wie er ist." Die Loipen präsentierten sich in der ersten Woche in perfektem Zustand, doch ein bereits am Sonntag beginnender Wetterwechsel mit immer wärmeren Bedingungen und möglichem Regen könnte Hektik in die Serviceteams bringen.

"Wenn der Schnee gleichbleibend ist, habe ich keine Angst", sagt Gandler, der sich darüber freut, dass erstmals auch ein Lkw mit einer Schleifmaschine vor Ort ist, der auch den heute mit dem Normalschanzenbewerb startenden Kombinierern dient. "Mehr kann man eigentlich nicht machen." Den Wagen gibt es erst seit dieser Saison, eine Schleifmaschine auf einem Transporter hat man bisher noch nie gehabt.

"Die Kunst ist es, aus der Vielfalt das Richtige für den Tag X rauszufinden", sagt Gandler. "Bei den Skatingrennen sind wir voll dabei." Ein erster Beweis war Bernhard Tritschers siebenter Sprintplatz am Dienstag. Eine größere Herausforderung stelle die Präparierung der Ski für Langlaufrennen im klassischen Stil dar. "Was du in der Mitte drauf hast, ist das Entscheidendere. Wenn du die Steigzone nicht erwischt, hilft dir der beste Schliff nichts."

Gandler hebt vor allem das besondere Gespür von Cheftrainer Gerald Heigl und dessen Co Alexander Marent hervor. Auch Kombinationscoach Christoph Eugen lobt das Serviceteam und die Arbeit von Giger. Der eigenen Schleifmaschine misst er einen "wirklich immensen" Anteil am Gesamtpaket bei. "Wir haben immer zwischen vier und fünf Serviceleute, das ist das Um und Auf.

Ohne eine gute Servicemannschaft hat man sowieso keine Chance", sagt Eugen. Eine Besonderheit bei diesen Spielen ist die Tatsache, dass Langläufer und Biathleten auf 1450 Meter Seehöhe laufen, die Kombinierer auf 650 Meter. Auf der tiefer gelegenen Strecke ist mehr Kunstschnee, und sie ist anfälliger für Wärme.

Loipe leidet

"Die Loipe leidet unter den hohen Temperaturen. Aber ich traue mich sagen, dass wir sicherlich, was das Serviceteam anbelangt, tonangebend sind", sagt Christoph Bieler. Bei weichen Bedingungen taten sich Österreichs Kombinierer in den vergangenen Jahren immer leichter als bei extremer Kälte. "Wir Österreicher haben großteils immer gute Schliffe und Wachs gehabt, was warme Temperaturen anbelangt. Man muss wieder ein bisserl Glück haben und genau den richtigen Ski erwischen", sagt Mario Stecher. Vorerst geht es aber darum, sich am Mittwoch von der Normalschanze im ersten Bewerb der Kombinierer eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. (APA; red, DER STANDARD, 12.2.2014)

Programm am Mittwoch:

Nordische Kombination - Einzelbewerb (Normalschanze Springen 10.30/Langlauf 10 km 13.30) mit Christoph Bieler, Wilhelm Denifl, Lukas Klapfer, Mario Stecher

  • Die Präparierung von Klassik-Langlaufskiern stellt eine besondere Herausforderung dar. Entscheidend ist das richtige Wachs für die Steigzone.
    foto: reuters/karpukhin

    Die Präparierung von Klassik-Langlaufskiern stellt eine besondere Herausforderung dar. Entscheidend ist das richtige Wachs für die Steigzone.

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