Ägyptische Oppositionelle werfen Polizei Folter vor

11. Februar 2014, 15:15
3 Postings

Auch säkulare Demonstranten im Visier der Sicherheitskräfte

Kairo - In Ägypten werfen inhaftierte Oppositionelle der Polizei Folter und Misshandlungen vor. Die Polizisten hätten Elektroschocks eingesetzt und Häftlinge verprügelt, sagten am Dienstag Anwälte und Familienangehörige der Aktivisten. Das Innenministerium wies die Vorwürfe zurück.

Angehörige der säkularen Opposition werden den Sicherheitskräften seit längerem vor, sich der gleichen Methoden zu bedienen wie zur Zeit des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak. "Er hat mir erzählt, dass er mit seinen Armen an der Decke aufgehängt und verprügelt wurde", sagte Hoda Mahmoud, Ehefrau des Aktivisten Khaled al-Sayed. Mindestens drei Menschen seien mit Elektroschocks misshandelt worden, sagte der liberale Oppositionelle Khaled Dawoud. "Sie haben den Elektroschocker an meine Genitalien gehalten", zitierte er einen Häftling.

Allein am 25. Jänner, dem Jahrestag der Revolution, wurden etwa 1000 Menschen festgenommen, darunter auch Jugendliche. Die Sicherheitskräfte gehen ein halbes Jahr nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi inzwischen nicht mehr nur gegen Islamisten vor, sondern nehmen auch säkulare Demonstranten ins Visier. Kritiker werfen der von der Armee gestützten Regierung vor, keinerlei abweichende Meinungen zu tolerieren. (APA, 11.2.2014)

Share if you care.