Niessl-Vorwürfe: "Profil"-Informant will Kuvert selbst überreicht haben

11. Februar 2014, 15:20
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Der Informant gibt an, er habe dem Landeshauptmann persönlich 10.000 Euro übergeben

Nachdem der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) rechtliche Schritte gegen "Profil" eingeleitet hat, wiederholt das Nachrichtenmagazin nun in einem neuen Bericht die Vorwürfe. Niessl wird in dem Bericht erneut verdächtigt, vor rund vier Jahren im Tiroler Ort Wattens 10.000 Euro in einem Geldkuvert übernommen zu haben. Niessl bestreitet die Vorwürfe wie berichtet.

Aussage gegen Aussage

Nun zitiert das Magazin eine Person mit Insiderwissen, die bei der Geldübergabe dabei gewesen sein will. Die Person habe Niessl das Geld auf Ersuchen des Tiroler Industriellen Manfred Swarovski überreicht, schreibt das Magazin, die Geldübergabe habe in Swarovskis Büro stattgefunden. Damit steht nun Aussage gegen Aussage. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

Laut "Profil" soll Niessl nach der behaupteten Geldübergabe an einer Unternehmenspräsentation der Firma Swarovskis teilgenommen haben. Es sei daher wahrscheinlich, dass es noch weitere Zeugen gebe.

Swarovski klagt vorerst nicht

Manfred Swarovski werde vorerst nicht klagen, berichtete der ORF Burgenland. Ein Swarco-Sprecher bezeichnete die Vorwürfe erneut als "völlig aus der Luft gegriffen und haltlos". Für eine Klage sehe man noch keinen aktuellen Anlass. Man behalte sich rechtliche Schritte zwar vor, primär sei das jetzt aber eine Sache des burgenländischen Landeshauptmannes.

Niessl: "Rufmord auf Raten"

Niessl weist die Vorwürfe erneut zurück. "Was hier gemacht wird, ist Rufmord auf Raten", so der Landeshauptmann. Rechtliche Schritte seien bereits auf dem Weg, darunter auch eine Unterlassungsklage. "'Profil' sitzt offensichtlich einer Lügengeschichte auf", so Niessl. In der Printausgabe sei noch behauptet worden, dass Swarovski Geld übergeben habe. "Der Herr Swarovski hat dementiert. Und jetzt sagt der angebliche Zeuge, dass er Geld übergeben hat. Also innerhalb von einem Tag verändern sich komplett wichtige Aussagen."

Am Montag sei weiters behauptet worden, die angebliche Geldübergabe habe um den Jahreswechsel 2009/10 stattgefunden. Heute sei in der Onlineausgabe zu lesen, dass es zwischen Oktober 2009 und Mai 2010 gewesen sein solle. "Wir haben die Terminkalender schon überprüft. Und wir können weiter definitiv ausschließen, dass wir zu diesem Zeitpunkt in Tirol waren", erklärte Niessl. "Unsere Kalender sind gesichert, wir können das jederzeit kontrollieren." (red, APA, derStandard.at, 11.2.2014)

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