Blutspende der islamischen Glaubensgemeinde abgelehnt

11. Februar 2014, 14:20
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Das Rote Kreuz Oberösterreich lehnte eine Blutspendeaktion der "Islamischen Religionsgemeinde Linz" ab. Wegen gesundheitlicher Bedenken

Die Islamische Religionsgemeinde Linz kritisiert, dass eine von ihr initiierte Blutspendeaktion vom Roten Kreuz abgelehnt worden sei, weil Menschen muslimischer oder türkischer Herkunft dafür aus medizinischen Gründen nicht infrage kämen. Auch andere oberösterreichische Vereine hätten diese Erfahrung gemacht. Das Rote Kreuz begründete dies mit dem erhöhten Vorkommen von Hepatitis-B-Antikörpern in Südosteuropa.

Eine Ärztin habe die Ablehnung damit gerechtfertigt, dass Vereinigungen von Menschen mit muslimischem Religionsbekenntnis beziehungsweise muslimischer oder türkischer Herkunftsgeschichte aus medizinischen Gründen prinzipiell nicht für Blutspenden-Aktionen infrage kommen würden, hieß es am Dienstag in einer Presseaussendung der Religionsgemeinde.

Der ärztliche Leiter der Blutzentrale Linz, Christian Gabriel, meint bei Nachfrage von daStandard.at. hierzu: "Tatsache ist, dass in vielen Teilen Südosteuropas ein erhöhtes Vorkommen an sogenannten Hepatitis-B-Antikörpern festzustellen ist. Daraus resultiert unsere Zurückhaltung bei Anfragen von Kulturvereinen, die diesen Regionen entstammen." Hepatitis-B-Antigene findet man bei einer frischen oder chronischen Hepatitis B. Laut Website des Roten Kreuzes werde aber ohnehin jede Blutspende routinemäßig nach dieser Leberentzündung untersucht.

Gabriel weiter: "Die Blutzentrale ist dazu verpflichtet, ihre Blutprodukte gemäß dem Blutsicherheitsgesetz aufzubereiten, um damit kranke und verletzte Menschen zu versorgen. Die Entscheidung, wer eine Blutspende abgeben darf, ist rein medizinisch fundiert – ungeachtet der Hautfarbe oder der Religion."

Nach Angaben der "Islamischen Religionsgemeinde Linz" sei diese Ausgrenzung beim Roten Kreuz aber nicht einheitliche und allgemeine Praxis – so habe die Glaubensgemeinschaft schon in der Vergangenheit Blutspendeaktionen organisiert, bei denen kein "ungeeignetes Blut" festgestellt wurde. Die Frage, ob und inwiefern auch in Österreich geborene und ins österreichische Gesundheitssystem eingebundene Muslime Risikoblut besitzen, bleibt offen. (APA, red., daStandard.at, 11.2.2014)

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