Schlechter Online-Ruf verpatzt die Karriere

11. Februar 2014, 11:44
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Personalchefs durchsuchen mittlerweile professionell das Netz nach Spuren. Grobe Patzer am elektronischen Ich führen schnell zum Nein. Online-Reputationsmanagement wirkt

Trau keinem ohne elektronische Spur? Laut einer Umfrage unter rund 300 Personalverantwortlichen unter dem Titel "Mein Ruf im Netz – Auswirkungen auf die berufliche Zukunft" (Ispa und ÖIAT) wird derzeit schon ein fehlender Netzauftritt eher positiv als negativ interpretiert. Das klingt locker. Grobe Patzer auf dem virtuellen Ich können aber definitiv unangenehme Folgen haben, wie der Online-Berater Reputeer gemeinsam mit Thomas Peisl von der Hochschule München in ihrer Studie zum Thema Online-Reputation heraus fanden: 86 Prozent der befragten Personalberater gaben in der Studie an, dass sie inzwischen Online-Recherchen über Bewerber durchführen.

62 Prozent finden, dass sich ein guter Online-Ruf positiv auf die Karrierechancen von Bewerbern auswirkt. Darüber hinaus berichtete der Großteil der Befragten, schon einmal Kandidaten wegen ihres schlechten Rufs im Internet abgelehnt zu haben. Als die häufigsten Ursachen für das Ablehnen solcher Bewerber nennt die Studie unpassende Kommentare oder Fotos, Bedenken bezüglich des Lebensstils und Falschangaben in der Bewerbung.

Klar, dass sich also mittlerweile findige Anbieter gegen Bares um den guten Eindruck im Netz kümmern - terminus technikus: Online Reputation Management (ORM). Darunter versteht man die aktive Überwachung und Beeinflussung Erscheinungsbildes einer Person im Internet. Dabei geht es also nicht darum, im Internet möglichst unsichtbar zu sein, sondern dem Suchenden stattdessen ein möglichst positives Bild zu von sich vermitteln. Denn wennsich jemand die Mühe macht und im Netz nach Infos sucht, möchte er schließlich auch etwas finden.

Tipps von Reputeer zum DIY

1. Googeln Sie sich regelmäßig selbst oder nutzen Sie einen Dienst wie Google Alert, um neue Einträge zu Ihrem Namen zu überwachen.

2. Achten Sie auf Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken. Ihr Facebook-Profil sollte so eingestellt sein, dass nur bestätigte Kontakte Ihre Einträge und Bilder sehen können.

3. Beobachten Sie Namensvetter im Netz und grenzen Sie sich gegebenenfalls stärker ab. So besteht keine Verwechslungsgefahr zwischen Ihnen und Ihrem Namensvetter.

4. Nutzen Sie Business-Netzwerke wie Xing, um Ihre Kompetenzen zu zeigen und sich beruflich zu vernetzen.

5. Achten Sie auf aktuelle Kontaktdaten im Netz. Wer seine Kontaktdaten lieber nicht im Internet sehen möchte, sollte darauf achten, dass die Einstellungen bei Xing und Co. so gewählt werden, dass die Kontaktdaten nicht einsehbar sind.

7. Veröffentlichen Sie aktiv Inhalte zu den Themen, mit denen Sie in der Öffentlichkeit in Verbindung gebracht werden möchten.

8. Löschen Sie Ihre Profile in sozialen Netzwerken, die Sie nicht aktiv nutzen. Dann werden Sie nicht mit der Plattform in Verbindung gebracht und laufen darüber hinaus nicht Gefahr, mit einem veralteten Profil im Netz vertreten zu sein.

9. Bei all diesen Tipps sollte man aber immer authentisch bleiben und ein stimmiges Bild von sich im Netz zeigen.

10. Der letzte Ratschlag mahnt zur Vorsicht bei der Nutzung von Applikationen, denen man umfassenden Datenzugriff gewährt. Vor der Nutzung einer Applikation sollte man sich die AGB genau durchlesen. (Karin Bauer, derStandard.at, 11.2.2014)

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