Hypo-Abwicklung: Ein Fall für die Anstalt

Kommentar10. Februar 2014, 19:36
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Welches Unternehmen mit privaten Eigentümern würde sich freiwillig einen Klotz ans Bein binden?

Regierung und Hypo-Taskforce haben es nun eingesehen. Bei der Lösung des Problems mit der Kärntner Bank können sie, besser gesagt: die Steuerzahler, nicht auf die Hilfe des österreichischen Finanzsektors zählen. Allein schon die Idee der Einbindung privater Institute war einigermaßen seltsam. Welches Unternehmen mit privaten Eigentümern würde sich freiwillig einen Klotz ans Bein binden? Welcher Manager würde sich freiwillig angesichts der unkalkulierbaren Risiken dem Vorwurf der Untreue aussetzen? Und warum sollte diese Konstruktion überhaupt verfolgt werden, wenn deren einziger Sinn darin besteht, die Staatsschulden-Statistik zu schönen?

Wollte man Finanzinvestoren einen nennenswerten Beitrag abverlangen, müsste man schon die Insolvenzvariante der Hypo ernsthaft in Erwägung ziehen. Dass Regierung, Notenbank und Taskforce die Pleite partout nicht anstreifen wollten, war einer der vielen Fehler in der unendlichen Hypo-Geschichte. Das Ausfallszenario wäre zumindest als ernst zu nehmende Drohung gegenüber dem Kreditgeber und Ex-Eigentümer BayernLB hilfreich gewesen.

Nun bleibt der Regierung nur noch die anscheinend teuerste Lösung der Abwicklung über eine Anstalt, in die die faulen Kredite eingeliefert werden. Das spart Eigenkapital, bedarf aber einer schuldenwirksamen Verlustabdeckungsgarantie. Den Steuerzahlern ist diese bittere Wahrheit zumutbar. Das wäre sie vor drei Jahren freilich auch gewesen. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 11.2.2014)

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