Stuart Hall, Doyen der Cultural Studies, 1932-2014

10. Februar 2014, 18:41
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Einer der wichtigsten Kulturtheoretiker Großbritanniens, Mitbegründer und Hauptvertreter der Cultural Studies, starb am Montag

London/Wien - Er hat keine einzige buchlange Studie hinterlassen. Dennoch war Stuart Hall einer der wichtigsten Kulturtheoretiker Großbritanniens, dessen Einfluss weit über die Insel hinausreichte. Er prägte nicht nur den Begriff Thatcherismus, sondern auch eine ganze Forschungsrichtung. Die Cultural Studies sind untrennbar mit seiner Person und dem vor genau einem halben Jahrhundert gegründeten Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) der Universität Birmingham verbunden, das er viele Jahre lang leitete.

Hall wurde 1932 in Kingston auf Jamaika geboren, studierte in Oxford Soziologie und war zunächst einer der Mitbegründer der New Left in Großbritannien. In seiner Arbeit am CCCS verband er marxistisches Engagement mit originellen interdisziplinären Analysen kultureller Praktiken.

Mit dieser Kombination wurde er nicht nur Impulsgeber für antikolonialistische Bewegungen, sondern auch für die akademische Etablierung der Kulturwissenschaften in Österreich. Von 1979 bis 1997 lehrte Hall an der Open University, um mehr Menschen zu erreichen. Hall, der Doyen der Cultural Studies, starb am Montag in London. (tasch, DER STANDARD, 11.2.2014)

  • Stuart Hall verband linkes Engagement mit Theorie.
    foto: wikimedia

    Stuart Hall verband linkes Engagement mit Theorie.

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