Lieferanten massiv unter Druck

10. Februar 2014, 18:07
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Kika und Lutz fordern Rabatt

Wien – Der Verkauf von Kika/Leiner an die südafrikanisch-deutsche Steinhoff-Gruppe im Vorjahr bringt den Markt in Bewegung. Erst wurde das verkaufte Unternehmen bei den Lieferanten vorstellig und forderte Rabatte von fünf Prozent, dann folgte Lutz dem Beispiel des Konkurrenten. Lutz will von Februar bis Ende April "einen zusätzlichen Rabatt von vier Prozent auf alle Einkaufspreise in Anspruch nehmen" , wie es in einem Schreiben heißt, das dem Standard vorliegt.

Mit Preisnachlässen sind auch deutsche Lieferanten konfrontiert, beim Nachbarn schlägt die Vorgangsweise hohe Wellen. Die Wettbewerbszentrale, eine Institution der Wirtschaft zur Selbstkontrolle, habe Kika/Leiner und Lutz bereits abgemahnt, schreibt das Branchenmagazin Inside. Die Einrichtung werfe den Österreichern u. a. Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht vor. Zudem seien die beiden Händler aufgefordert worden, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Auch bei den heimischen Anbietern bringt die Vorgangsweise Unruhe in den Markt. Sie sei Ausdruck eines Ungleichgewichts, sagt Georg Emprechtinger, Chef von Team 7, der auch für die heimische Möbelindustrie spricht. Beim Handel gebe es eine massive Konzentration, die Struktur der Hersteller sei mittelständisch. Die Wettbewerbsbehörde habe er aber nicht eingeschaltet, so Emprechtinger. Die österreichischen Händler finden ihre Vorgangsweise unbedenklich. Man müsse dem Mitbewerber Paroli bieten, erklärte ein Lutz-Sprecher. Zudem würde der Absatz mit zusätzlichen Werbemitteln angekurbelt, wovon in letzter Konsequenz auch die Möbellieferanten profitieren werden, heißt es. (as, DER STANDARD, 11.2.2014)

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