Dino-Simulation: Paläobiologen verpassen Hühnern Schwanzprothesen

16. Februar 2014, 22:36
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Chilenische Forscher fanden eine simple Methode, um Bewegungsabläufe ausgestorbener Theropoden zu simulieren

Santiago de Chile - Lebende Dinosaurier: Die Vögel gingen im Jura aus flugunfähigen Theropoden hervor und gehören derselben Gruppe an wie beispielsweise Tyrannosaurus rex und Velociraptor - den Coelurosauria. Schon lange interessieren sich deshalb Paläobiologen für - insbesondere flugunfähige - Vögel und deren Bewegungsapparate, um Erkenntnisse über die Bewegungsabläufe ihrer Vorfahren zu gewinnen.

Allerdings hat sich der Schwanz der Vögel schon früh in der Evolution zurückgebildet, was zu entscheidenden Änderungen im Bewegungsablauf führte. Chilenische Forscher fanden nun eine vergleichsweise simple Methode, um dieses "Manko" auszugleichen: Sie verpassten Hühnern künstliche Schwänze, um den Theropoden-Gang zu simulieren.

Video: Youtube: Lateral view of a control and an experimental chicken during normal walking 

Von der hüft- zur kniegesteuerten Bewegung

In ihrem Experiment statteten die Forscher der Universidad de Chile Junghühner mit Schwanzprothesen aus Holzstäben und Modelliermasse aus, die Prothesen wurden während des Wachstums der Tiere alle fünf Tage vergrößert. Haltung, Knochenwachstum und Bewegung der Tiere wurden aufgezeichnet, analysiert und mit Fossilen verglichen.

Das Ergebnis: Der künstliche Schwanz führte bei Hühnern tatsächlich zu einer Körperhaltung und Bewegungen, die auf ausgestorbene zweibeinige Theropoden rückschließen lassen, schreiben die Forscher im Fachjournal "Plos One": Tiere, die mit einer Prothese und dadurch mit einem veränderten Masseschwerpunkt aufwuchsen, zeigten charakteristische Veränderungen in der Ausrichtung der Oberschenkelknochen. Die Ergebnisse unterstützen bisherige Hypothesen zur evolutionären Entwicklung der kniegesteuerten Fortbewegung von Theropoden. (dare, derStandard.at, 10.2.2014)

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