Jürgen is back

10. Februar 2014, 13:36
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Melzer kehrt Ende Februar in Acapulco auf ATP-Tour zurück - Ernährungsumstellung: Kein Gluten, Laktose, Zucker

Wien - Die lange Verletzungspause von Österreichs Tennis-Ass Jürgen Melzer geht ihrem Ende zu. In der letzten Februar-Woche will der 32-Jährige beim ATP-Turnier in Acapulco sein Comeback geben, der im Herbst 2013 erlittene Sehnenteilabriss in der linken Schulter ist durch konsequente und hartnäckige Arbeit sowie Therapie überwunden. Melzer nutzte die vergangenen Monate auch zu einer Ernährungsumstellung.

"Ich habe zuletzt große Schritte gemacht und in der letzten Woche schon voll trainiert", erklärte Österreichs Nummer eins. Die letzte Überzeugung gab ihm eine Montagfrüh mit Australian-Open-Juniorendoppelsieger Lucas Miedler absolvierte Einheit. "Da habe ich 100 Prozent gespielt. Ich habe voll serviert, voll durchgezogen. Die Schmerzen haben sich verabschiedet. Es passt."

Noch Mitte Jänner hatte es ganz anders ausgesehen, da sah Melzer noch kein Licht am Ende des Tunnels. Der Gewinner von fünf ATP-Turnieren war sich da noch sicher gewesen, zwangsläufig nach zumindest einem halben Jahr Spielpause im Frühjahr mit einem "protected ranking" wieder einzusteigen. "Aber in den letzten zwei Wochen ist dann extrem viel weitergegangen." Verantwortlich dafür waren einige Therapie-Sitzungen am Chiemsee.

Kein Gluten, Laktose, Zucker

In Arzt Harald Gumbiller hat Melzer den richtigen Mann zur Behandlung gefunden, der Mediziner hatte auch schon dem deutschen Weltranglisten-Zwölften Tommy Haas geholfen. "In fünf Behandlungen ist es sehr viel besser geworden", hob Melzer die Arbeit des Facharztes für Orthopädie sowie Dozenten für traditionelle chinesische Medizin besonders hervor.

Aber auch Melzers persönliche Bemühungen um einen Wiedereinstieg ins internationale Spitzen-Tennis waren für diese Entwicklung mitentscheidend. "Ich habe über den Jahreswechsel viel Kondition gemacht, auch viel Physiotherapie." Wichtig sei es, die richtige Dosierung zu finden. "Ich mache viel am Rad und für den allgemeinen Körperzustand - Sprungstabilität, Bauch, Rücken."

Seine Ernährung unterzog der Niederösterreicher einer Umstellung. "Keine Gluten, keine Laktose, kein Zucker", berichtete Melzer begeistert. "Am Anfang habe ich Gewicht verloren, aber das hat sich dann eingependelt." Generell sieht Melzer an der langen Verletzungspause auch einen Vorteil. "Ich habe jetzt vier Monate Zeit gehabt, meinen Körper neu einzustellen."

Noch ein Hinterseer

Nach dem Hartplatz-Event in Acapulco wird Melzer auch im März in Indian Wells und Miami antreten. Im Vorjahr hat er bis Ende März 600 Punkte geholt. Diesbezüglich macht sich der Deutsch Wagramer aber keinen Druck. "Abgerechnet wird am Ende vom Jahr. Jetzt einmal in den Rhythmus wieder reinfinden, wird nicht leicht sein. Das Gute ist, dass ich bei meinem Alter einen Dreier vorne stehen habe und somit viel Routine mitbringe."

Für die drei genannten Turniere hat der French-Open-Halbfinalist 2010 auch für das Doppel geplant. "Am Anfang schadet es nicht, ein paar Matches mehr zu bekommen." In Acapulco wird Melzer mit Grigor Dimitrow (BUL) spielen, bei den März-Events mit Haas. Eigentlich war ihm für 2014 Robert Lindstedt (SWE) im Wort. "Aber der hat sich dann dazu entschieden, die Australian Open zu gewinnen." Lindstedt bleibt nach diesem Sieg nun Lukasz Kubot (POL) "treu".

Melzer wird im Vergleich zu bisher mit einem neuen Team auf die Tour gehen, zu seinem gegen Jahresende engagierten Trainer Markus Hipfl kommt Physio Patrick Hinterseer. Der 26-Jährige ist Cousin von Fußball-Teamspieler Lukas Hinterseer und wird auch Melzers Problemzonen verstärkt Beachtung schenken. "Ich habe viel zu wenig Wert auf meine Schultern gelegt", meinte der ÖTV-Star. "Ich hatte auch nie Schulterprobleme. Es kam aus dem Nichts."

Nach Miami sollte es in der ersten April-Woche bei gutem Comeback-Verlauf zum Davis Cup in der Slowakei gehen. "Dass ich da nicht zur Verfügung stehe, steht für mich nicht zur Diskussion. Sicher muss man schauen, aber ich glaube schon, dass ich da ein Teil davon sein werde. Doch das ist noch weit weg." (APA/red, 10.2.2014)

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