Improvisieren bei den Kompetenzen

10. Februar 2014, 12:37
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Wer kann was in der Firma? Von Kompetenzmanagement sind heimische Firmen noch ein gutes Stück weit entfernt, kritisieren Berater

Das Thema Kompetenzmanagement gewinnt für Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Das zeigt die aktuelle Kompetenzstudie 2013 der Unternehmensberatung Scheelen AG. Laut der Untersuchung unter 139 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz fokussieren die Firmen zunehmend darauf, dass die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter mit den Anforderungen zur Umsetzung der Unternehmensstrategie korrespondieren. So setzt bereits mehr als die Hälfte der Firmen ein oder mehrere Kompetenzmodelle ein, um Mitarbeiterpotenziale zu identifizieren sowie Stellen- und Profilbeschreibungen zu entwickeln.

Der österreichische Markt hinke hier jedoch hinterher, so die harte Kritik. Entweder herrsche Bauchgefühl, so der Eindruck, oder Papier und Wirklichkeit klaffen auseinander. "Viele österreichische Untenehmen haben zwar bereits Kompetenzmodelle entwickelt, die Brücke zur Umsetzung in die operative Personalarbeit fehlt jedoch noch", weiß Tanja Abwa, Geschäftsführerin der Scheelen GmbH, Österreich. Für Scheelen gar nicht schlecht - geht es doch ums Beratungsgeschäft.

Zu viele subjektive Einschätzungen 

Laut Abwa liegt dies darin begründet, dass die Unternehmen die Mitarbeiterkompetenzen in den wenigsten Fällen valide messen und stattdessen subjektive Einzeleinschätzungen heranziehen. Außerdem wird oft  das Potenzial, das sich durch die Definition und Messung der Kompetenzen ergibt, für eine individuelle und effiziente Personalentwicklung und für die Auswahl der passenden Mitarbeiter schlicht nicht ausgeschöpft. "Letztlich haben die Unternehmen dann doch wieder nicht die richtigen Kompetenzen zur Umsetzung der Unternehmensstrategie im Haus und müssen improvisieren. Da geht viel Energie und Geld verloren", sagt die Expertin für Kompetenzmanagement.

 Kompetenzen und Unternehmensergebnis

Auch was die Benennung der Kompetenzen betrifft, gibt es noch Entwicklungsbedarf: Wie die Kompetenzstudie zeigt, wollen fast 60 Prozent der Firmen künftig an einer einheitlichen Definition und Formulierung der Kompetenzen arbeiten sowie eruieren, welche Kompetenzen sie konkret benötigen. "Die Forschung zeigt, dass es tatsächlich Kompetenzen gibt, die eine direkte Korrelation zum Unternehmensergebnis beziehungsweise zu betriebswirtschaftlichen Kennzahlen aufweisen. Diese zu kennen - darum gehe es. (Karin Bauer, derStandard.at, 10.02.2014)

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