Brustkrebs: Carcinoma in situ sollte bestrahlt werden

10. Februar 2014, 12:35
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Auch wenn noch keine invasive Erkrankung vorliegt - Weniger Rezidive und dauerhafte Erhaltung der Brust

Berlin  - Die Behandlung von Brustkrebs im Frühstadium gewinnt therapeutisch an Bedeutung. Deutsche Experten haben nun Richtlinien erstellt, wonach auch Frauen mit einem Carcinoma in situ bestrahlt werden sollten.

Durch Mammografie-Screeningprogramme wird Brustkrebs immer früher entdeckt. Oft geschieht das im Stadium eines sogenannten Duktalen Carcinoma in situ (DCIS). Das bedeutet, dass die bösartigen Veränderungen noch auf die Milchgänge der Brust allein begrenzt sind. Chirurgische Eingriffe erfolgen dann zumeist brusterhaltend. Eine Strahlentherapie wird derzeit nicht immer durchgeführt.

Das sollte aber geschehen, so behauptet in Studien der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). In einer aktuellen Ergänzung der ursprünglich 2007 verfassten Leitlinie zur Radiotherapie des Mammakarzinoms empfiehlt sie jetzt daher eine Bestrahlung aller DCIS-Patientinnen - auch solcher aus der Niedrig-Risiko-Gruppe.

Rezidivrate halbiert

"Bei der Hälfte der Erkrankungsrückfälle handelt es sich um invasive Karzinome", sagt Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim. Auch das Risiko eines nicht-invasiven Rezidivs sei bei Patientinnen, die sich nach der ersten Operation einer Radiotherapie unterzogen hätten, deutlich niedriger.

"Die Bestrahlung halbiert die Rezidivrate und verringert das Risiko einer Entwicklung vom DCIS zu invasiven Karzinomen. Insofern verbessert sie für viele betroffene Frauen die Chancen, keinen Rückfall zu erleiden und auch langfristig und dauerhaft die Brust erhalten zu können", so Wenz.

Die Experten der DEGRO halten in der Leitlinie fest, dass von einer Strahlentherapie nach der Operation Frauen aller Altersgruppen profitieren. "Kommt es nach einer brusterhaltenden Operation zum Rückfall, folgt fast immer eine Mastektomie, also die Amputation der Brust", erklärt Michael Baumann, DEGRO-Präsident und Leiter der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsklinik Dresden. "Vielen Frauen könnte dies erspart bleiben, wenn zukünftig schon nach der ersten Operation bestrahlt würde", so Baumann. (APA, 10.2.2014)

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