Über das Leben und Sterben der Bäume

10. Februar 2014, 12:17
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Wie Wälder funktionieren und was die Faszination ausmacht

Als eingefleischter Städter kann man über diese Passion nur staunen. Francis Hallé steht auf Bäume. "Ich habe mein Leben damit zugebracht, im Wald zu beobachten, wie die Bäume entstehen, leben und sterben", stellt er sich selbst vor. Gemeinsam mit Luc Jacquet, der auch einen Dokumentarfilm dazu gedreht hat, hat Hallé ein Buch über seine Leidenschaft herausgegeben: Das Geheimnis der Bäume versucht diese Faszination weiterzugeben. Kinder ab dem siebenten Lebensjahr erfahren, wie die Photosynthese funktioniert, lernen einen Ameisenbaum kennen - auch, warum der so heißt - und können die "Reise der Samen" verfolgen. Skizzen helfen dabei, sich zurechtzufinden. Die jüngeren Kinder werden sich aber trotz dieser Hilfestellung etwas schwertun - die Texte sind nämlich doch recht anspruchsvoll gehalten. Beeindruckend ist aber, welche Baumarten hier vorgestellt werden: Da wäre etwa die Würgefeige, die ein Beispiel dafür ist, wie mächtig Bäume sein können. Die Würgefeige umschlingt einen anderen Baum, bis von diesem nur mehr ein Hohlraum übrigbleibt. Nicht fehlen darf natürlich, was der Mensch aus den Wäldern macht, wie er für ihr Verschwinden sorgt. "Wir brauchen nur so wenig Zeit, um den Wald zu zerstören. Wie konnte es dazu kommen?", fragen sich die Buchautoren. (Peter Mayr, DER STANDARD, 10.2.2014)

Francis Hallé, Luc Jacquet

"Das Geheimnis der Bäume"

72 Seiten, € 15,40

Jacoby & Stuart 2013

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