Zehn Jahre UG: Mehr Absolventen, stärkere Drittmittelabhängigkeit

10. Februar 2014, 12:01
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Personalzuwachs bei Wissenschaftern vor allem über Forschungsprojekte - Allgemeines Personal wuchs stärker als wissenschaftliches - Schlechtere Betreuungsverhältnisse

Wien - Am 1. Jänner 2004 ist das zuvor lange umstrittene Universitätsgesetz (UG) in Kraft getreten. In den zehn Jahren seither hat sich an den Unis einiges verändert: Die Zahl der Studenten und der Absolventen ist stark gestiegen. Auch die Anzahl der Wissenschafter an den Unis hat seit damals zugenommen - allerdings vor allem dank von den Unis für Forschungsprojekte eingeworbener Drittmittel.

Laut unidata, der Statistikdatenbank des Wissenschaftsministeriums, ist die Zahl der Studenten seit dem Studienjahr 2004/05 - inklusive Donauni Krems - von 210.000 auf 299.000 im Wintersemester 2012 angewachsen. Das entspricht einem Plus von über 40 Prozent. Die Zahl der Studienanfänger stieg im gleichen Zeitraum von rund 31.900 auf 44.600, das ist ebenfalls ein Plus von 40 Prozent. Ein Zuwachs von gleich 50 Prozent ist bei den Absolventen zu verzeichnen: Die Zahl der Erstabschlüsse stieg von 18.100 auf 27.400 (Studienjahr 2011/12). Dies dürfte zu einem guten Teil durch die Umwandlung vieler Studien vom Diplomstudium auf das Bachelor-/Master-System begründet sein, das Erstabschlüsse in kürzerer Zeit ermöglicht.

Gleichzeitig hat es auch einen Personalzuwachs gegeben - interessanterweise aber vor allem beim allgemeinen, also nichtwissenschaftlichen Personal. Dessen Zahl nahm in Vollzeitäquivalenten von 11.100 im Wintersemester 2005 (erste verfügbare Zahl in den Wissensbilanzen, Anm.) auf 14.000 zu, das entspricht einer Zunahme um rund 2.900 Personen oder etwa 26 Prozent.

Geringer Anstieg bei Personal

Weniger stark war das Plus beim wissenschaftlichen und künstlerischen Personal: Dessen Zahl (ebenfalls in Vollzeitäquivalenten) wuchs im gleichen Zeitraum von rund 18.700 auf 20.100, also um 1.400 Personen oder rund acht Prozent. Dieses Wachstum geht vor allem auf das Konto jener Wissenschafter, die über Drittmittel finanziert werden. Das sind vor allem Forscher, die über zeitlich befristete Projekte des Wissenschaftsfonds FWF oder der EU bzw. für Auftragsforschung von Unternehmen beschäftigt sind. Ihre Zahl stieg von 4.800 auf 5.900, also um 1.100 Personen oder 23 Prozent. Damit machen sie auch in absoluten Zahlen einen Großteil des Zuwachses bei der Gesamtzahl der Wissenschafter von 1.400 Personen aus.

Diese Entwicklung lässt sich auch aus einem anderen Indikator ablesen - nämlich jener der Zahl des Stammpersonals an den Unis. Dieses beinhaltet etwa keine externen Lektoren und keine nur über Drittmittel beschäftigte Personen. Hier beträgt der Zuwachs nur mehr knapp vier Prozent - von 11.400 auf 11.800 Personen.

Dementsprechend hat sich auch das durchschnittliche Betreuungsverhältnis erheblich verschlechtert: 2005 kamen auf einen Professor noch 101 Studenten, 2012 waren es bereits 133. Im gleichen Zeitraum verschlechterte sich das zahlenmäßige Verhältnis von Studenten pro wissenschaftlichem Mitarbeiter (ohne Drittmittelfinanzierte) von 1:15 auf 1:25. (APA, 10.2.2014)

 

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