Europas Leitbörsen schließen uneinheitlich

10. Februar 2014, 18:27
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L'Oréal nach Verkaufsspekulationen im Hoch

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 5,96 Einheiten oder 0,20 Prozent auf 3.032,53 Zähler.

Gegen Ende des Handelstages drehten ein Teil der europäischen Aktienbörsen ins Minus. Von Konjunkturseite gab es heute hingegen wenig relevante Impulse. In Italien hatten die Industriebetriebe im Dezember 0,9 Prozent weniger produziert als im Vormonat. Mit einem Rückgang zum Vormonat von 0,3 Prozent kam Frankreich glimpflich davon.

Zwei EU-Staaten gaben heute ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum 2014 bekannt. Mit einem erwarteten Plus von 1,75 Prozent gab sich die deutsche Regierung vorsichtig. Portugal hingegen hält eine kräftige Konjunkturbelebung nach dem Ende der jahrelangen Rezession für möglich. Es würde ihn nicht überraschen, wenn Portugal mehr als 0,8 Prozent Wachstum schaffe, sagte der stellvertretende portugiesische Ministerpräsident Paolo Portas.

Weiterhin ungeschlagen auf der Spitzenposition im Euro-Stoxx-50 gingen die Papiere von L'Oréal aus dem Handel. Sie notierten mit einem klaren Plus von 4,45 Prozent bei 129,00 Euro. Laut eines Berichts will der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle seinen Anteil am französischen Kosmetikhersteller verkleinern. Diesbezüglich seien die beiden Konzerne bereits mit Banken im Gespräch, hieß es von Insiderseite. An der Zürcher Börse verloren Nestle knapp 0,07 Prozent auf 67,55 Schweizer Franken.

Unicredit-Anteilsscheine schlossen mit einem Abschlag von 0,44 Prozent bei 5,665 Euro. Die italienische Großbank und Bank-Austria-Mutter rechnet für 2014 mit einem höheren Umsatz und Gewinn. Die Bank wolle sich mehr auf die Kreditvergabe konzentrieren, insbesondere an Klein- und Mittelunternehmen, sagte Unicredit-Geschäftsführer Federico Ghizzoni.

In Finnland gewannen Nokia-Aktien 2,77 Prozent bei 5,385 Euro. Der langjährige Patentstreit des finnischen Handyherstellers mit dem Branchenkonkurrenten HTC wurde beigelegt. Zudem sollen sich die beiden Unternehmen in Gesprächen über eine mögliche Kooperation befinden, die genauen Konditionen bleiben dabei aber geheim.

Im Frankfurter DAX kletterten Continental auf 159,15 Euro, das ist ein Plus von 0,63 Prozent. Der deutsche Reifenhersteller kauft für rund 1,4 Mrd. Euro den US-Kautschuk- und Kunststoffspezialisten Veyance und stärkt damit sein Geschäft außerhalb der schwankungsgefährdeten Automobilindustrie. Das Unternehmen soll in die Conti-Tochter ContiTech eingegliedert werden, hieß es.

Lufthansa-Aktien gewannen knapp 0,09 Prozent auf 17,64 Euro. Im Kampf um zahlungskräftige Langstrecken-Passagiere nimmt die AUA-Mutter neun neue Interkontinental-Jets in die Flotte auf. Sechs Boeing-Jumbos 747-8, ein Langstreckenjet vom Typ A330 sowie zwei Riesen-Airbusse vom Typ A380 sollen dieses Jahr in den Dienst gestellt werden, erklärte ein Konzernsprecher.  (APA, 10.2.2014)

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