Bangladesch: Fabrik-Eigentümer nach Brand inhaftiert

10. Februar 2014, 10:30
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Bei Brand im Jänner 2013 waren 111 ArbeiterInnen gestorben - Gericht lehnte Freilassung auf Kaution ab

Dhaka - Fünfzehn Monate nach dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch ist das Eigentümer-Ehepaar inhaftiert worden. Delwar Hossain und seine Frau Mahmuda Akter scheiterten am Sonntag mit ihrer Bitte, gegen eine Kaution auf freiem Fuß bleiben zu dürfen, wie Staatsanwalt Anwarul Kabir mitteilte.

13 Personen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Ob sich das Paar eineinhalb Monate nach Ausstellung des Haftbefehls freiwillig in die Hände der Polizei begab, war zunächst unklar. Wegen des tödlichen Fabrikbrandes im November 2012 sind insgesamt 13 mutmaßliche Verantwortliche wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Unter den Angeklagten sind neben den Eigentümern auch mehrere Wachleute und Manager der Textilfabrik Tazreen in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka. Bei einer Verurteilung droht den Beschuldigten lebenslange Haft.

Bei dem Feuer waren 111 Menschen gestorben, hauptsächlich Frauen. In der Fabrik wurde Kleidung für westliche Firmen produziert, unter anderem für die Bekleidungskette C&A, die US-Supermarktkette Walmart und eine Marke des US-Rappers Sean "Diddy" Combs.

Wenig später Katastrophe von Rana Plaza

Nur fünf Monate nach dem Tazreen-Brand hatte sich in einer anderen Textilfabrik nahe Dhaka das schlimmste Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs ereignet: Im April stürzte das Fabrikgebäude Rana Plaza ein, mehr als 1.100 Menschen wurden getötet. Durch die Tragödie waren die Arbeitsbedingungen der TextilarbeiterInnen in dem südasiatischen Land auch im Ausland stark in die Kritik geraten. Zahlreiche westliche Bekleidungsunternehmen unterzeichneten inzwischen ein Abkommen für mehr Gebäudesicherheit in den Produktionsstätten.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Produzent von Textilien weltweit. Die Branche beschäftigt fast vier Millionen Menschen, überwiegend Frauen. Die Fabriken produzieren rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Oft sind die Arbeitsbedingungen in den Fabriken jedoch schlecht: Lange Schichten an sechs Tagen pro Woche sind keine Seltenheit, der Lohn ist niedrig. Hinzu kommt die häufige Missachtung von Sicherheitsvorschriften in den Fabriken. (APA, 10.2.2014)

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