Snowden sammelte NSA-Daten mit einfachen Mitteln

10. Februar 2014, 09:48
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Whistleblower nutzte laut NSA-Untersuchungen einen Web-Crawler, um an interne Daten zu gelangen

Edward Snowden soll mittels Web-Crawler automatisiert rund 1.7 Millionen Daten akquiriert haben. Das deuten zumindest erste NSA-interne Untersuchungen an, die nun von einem ungenannten NSA-Mitarbeiter mit der New York Times besprochen wurden. "Wir glauben nicht, dass Snowden alle Datensätze manuell heruntergeladen hat", so die Quelle, "vielmehr war das automatisiert."

Snowdens Crawler: Vorbild Googlebot

Snowden soll für die Datensammlung einen Web-Crawler mit eigenen Parametern konfiguriert haben. Crawler werden beispielsweise von Google eingesetzt, um Websites zu indizieren. Diese Programme werden als Googlebot bezeichnet. Ähnlich funktionierte Snowdens Programm, das mit Passwörtern seiner Kollegen ausgestattet interne Datenbanken durchwühle und so an 1.7 Millionen Files gelangte.

Peinlich: NSA auch für Schutz von Daten zuständig

Verheerend für das Image der NSA ist dabei, dass der US-Geheimdienst prinzipiell auch für den Schutz von Datensätzen zuständig ist. Für Kopfschütteln bei IT-Sicherheitsexperten sorgt dabei vor allem, dass die Aktivität des Crawlers unbemerkt bleibt.

Außenposten als Glück für Snoweden

Das dürfte daran gelegen haben, dass Snowden als externer Außenmitarbeiter in Hawaii auf die Daten zugriff. Laut ranghohen NSA-Mitarbeitern hätten Snowdens Aktionen bei einem Zugriff aus der Zentrale in Fort Meade sofort Alarm ausgelöst. Der hawaiianische Außenposten sei jedoch noch nicht mit der neuesten Technologie ausgerüstet gewesen, um verdächtig große Datenströme zu entdecken.

Snowden: "NSA leakt Untersuchung über Leaks"

Snowden selbst wollte die NSA-internen Untersuchungen nicht kommentieren. Er verwies über seinen Anwalt lediglich auf die Ironie, dass die NSA Ergebnisse über die Untersuchung von Leaks selbst leakt – mit dem Unterschied, dass er die Öffentlichkeit informieren wolle, die NSA aber Falschinformationen streue. (fas, derStandard.at, 10.2.2014)

  • Edward Snowden im Oktober 2013 in Russland
    foto: ap

    Edward Snowden im Oktober 2013 in Russland

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