Melanom-Häufigkeit nimmt mit Meereshöhe zu

10. Februar 2014, 09:53
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Aber geringere Sterblichkeit - Mögliche Ursache ist die bessere Vitamin-D-Versorgung in größeren Höhenlagen

Wien - Akute, intensive UV-Belastung fördert die Entstehung von Melanomen. Eine neue Studie von Umwelthygienikern der Medizinischen Universität in Wien belegt, dass die Prävalenz von schwarzem Hautkrebs mit der Seehöhe steigt, die Melanom-Sterblichkeit im Gegensatz dazu aber sinkt. Die Hintergründe sind unklar. Möglicherweise liegen diese in einer besseren Vitamin D-Versorgung in größeren Höhenlagen.

"Die pro Jahr zustande kommende UV-Exposition hängt zum größten Teil von der geografischen Breite und der Seehöhe ab. Über die vergangenen Jahrzehnte hinweg wurden auf der Erdoberfläche steigende UV-Intensitäten registriert", schrieben die Wissenschaftler um Hanns Moshammer vom Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien im International Journal of Environmental Research.

Höhere UV-Belastung

Verglichen wurden Daten der zehn UV-Messstationen der Universität für Bodenkultur mit den Daten für Häufigkeit des Neuauftretens von Melanomen in den Jahren 1990 bis 2010 und zur Melanom-Sterblichkeit zwischen 1970 und 2011.

Das Hauptergebnis, so der Moshammer: "Mit einer Seehöhe von plus zehn Metern - aber im Beobachtungsraum auch pro Jahr - steigt beziehungsweise stieg die Melanom-Häufigkeit um zwei Prozent. Das bedeutet, dass Menschen in den Bergen eine höhere Melanomgefährdung aufweisen als im Flachland." Die Zunahme der Häufigkeit der bei zu später Diagnose unheilbaren und tödlich verlaufenden Erkrankung über die Jahre hinweg bringen die Wiener Wissenschaftler mit der Klimaveränderung inklusive der stärkeren UV-Belastung durch die Schädigung der Ozonschicht in Zusammenhang.

Eine ganz andere Beobachtung machten Moshammer und seine Co-Autoren allerdings bei der Auswertung der Mortalitätsraten infolge einer Melanomerkrankung: "Pro zehn Höhenmetern mehr nimmt die Sterblichkeit von dort lebenden Personen bei den Männern um 0,4 Prozent und bei den Frauen um 0,7 Prozent ab."

Körpereigenes Vitamin D

Dafür könnten mehrere Gründe ausschlaggebend sein, deren echte Kausalität aber nicht nachgewiesen ist: In Alpinlagen könnten aufgrund von gesteigerter Aufmerksamkeit Melanome früher diagnostiziert werden. Die Bevölkerung in größeren Höhenlagen könnte ebenfalls aufmerksamer sein, was verdächtige Hautveränderungen betrifft. Doch auch noch ein anderer Grund könnte dafür verantwortlich sein, so Moshammer: "Menschen mit mehr Sonnenlicht-Exposition haben eine größere körpereigene Vitamin D-Produktion. Das bremst die Entwicklung von verschiedenen Krebsarten, vielleicht auch von Melanomen."

Laut Statistik Austria erkranken in Österreich pro Jahr rund 1.500 Personen an einem Melanom. In einer Studie von österreichischen Dermatologen war für 2011 von knapp 6.000 Erkrankungen die Rede. (APA/red, derStandard.at, 10.2.2014)

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