Salzburger Festspiele geklagt

10. Februar 2014, 07:21
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Kuratorium habe das Stellenbesetzungsgesetz missachtet

Salzburg - Der Kulturmanager und Jurist Peter Ramsauer hat neuerlich eine Klage gegen den Salzburger Festspielfonds eingebracht. Grund ist die Wiederbestellung von Helga Rabl-Stadler, der langjährigen Präsidentin des Festivals, und die Ernennung von Schauspieldirektor Sven-Eric Bechtolf zum Intendanten für zwei Jahre ab dem Herbst 2014.

In der Vergangenheit hatte das Kuratorium der Salzburger Festspiele mehrfach darauf verzichtet, den Posten der Präsidentin - Rabl-Stadler ist seit 1995 im Amt - auszuschreiben. Ramsauer klagte im Jahr 2010, weil ihm das Recht, sich zu bewerben, genommen worden war. Und der Rechnungshof kritisierte in einem Bericht, dass man das Stellenbesetzungsgesetz missachtet habe - übrigens nicht nur bei den Salzburger Festspielen: Auch der Vertrag von Georg Springer, Chef der Bundestheater-Holding, wurde mehrfach ohne vorherige Ausschreibungen verlängert; Springer (67) leitet die Bundestheater bereits seit 1991.

Der Vertrag von Rabl-Stadler (65) wäre im Herbst 2014 ausgelaufen; um dem Gesetz genüge zu tun, wurde die Position der Präsidentin Anfang Juli 2013 ausgeschrieben. Gleichzeitig bat man auch um Bewerbungen für die Intendanz - allerdings nicht für die unmittelbare Zeit nach dem vorzeitigen Abgang von Alexander Pereira, also ab dem Herbst 2014, sondern erst ab dem Herbst 2016.

Der Grund liegt für Ramsauer auf der Hand: weil der "Wunschkandidat" Markus Hinterhäuser, gegenwärtig Intendant der Wiener Festwochen, nicht eher verfügbar sei. Und so wurde Bechtolf ohne Ausschreibung interimistischer Intendant. Zudem sei die Wiederbestellung von Helga Rabl-Stadler, so Ramsauer in seiner Klagschrift, "zur Farce verkommen". Er klagte daher eine Entschädigung von 3500 Euro ein.

Nebenbei regte der ehemalige Manager des Mozarteums auch ein Verwaltungsstrafverfahren an: Entgegen der gesetzlichen Bestimmung wurde in den Ausschreibungen kein Mindestentgelt genannt. Ramsauer will nicht, wie er sagt, als "beleidigte Leberwurst" dastehen; ihm geht es als Jurist um die Beachtung des Stellenbesetzungsgesetzes. (trenk, DER STANDARD, 10.2.2014)

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