Eklat bei Goya-Verleihung

10. Februar 2014, 15:22
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Kulturminister Jose Ignacio Wert sorgte mit seinem Fernbleiben für Unmut - Regisseur David Trueba großer Sieger

Madrid - Weil Spaniens Kultur- und Bildungsminister Jose Ignacio Wert bei der Vergabe der spanischen Filmpreise ohne Grund fehlte, sorgte er bei der Gala für die Goya-Filmpreise für heftigen Unmut. "Das ist eine Frechheit!", schimpfte auch Hollywoodstar Javier Bardem auf der Verleihungsgala in der Nacht zum Montag in Madrid. Als großer Sieger der 28. Ausgabe der spanischen Filmpreise ging David Trueba hervor.

Der 44-Jährige, der auch als Schriftsteller, Journalist, Drehbuchautor und Schauspieler tätig ist, wurde als bester Regisseur ausgezeichnet. Sein Werk "Vivir es facil con los ojos cerrados" (Deutsch: Leben ist mit geschlossenen Augen einfach) erhielt zudem die Auszeichnung für den besten Film, das beste Originaldrehbuch und drei weitere Preise.

Zum besten männlichen Hauptdarsteller wurde Javier Camara für seine Rolle im Trueba-Film als Englischlehrer gekürt, der sich 1966 aufmachte, um den Beatle John Lennon kennenzulernen, der damals im andalusischen Almeria drehte. Achtmal ging die wichtigste Auszeichnung des spanischen Films - eine Bronzebüste des Malers Francisco de Goya - an "Las brujas de Zugarramurdi" (deutsch: Die Hexen von Zugarramurdi) von Alex de la Iglesia. Prämiert wurden unter anderem die Nebendarstellerin, die Spezialeffekte, die Kostüme, das Szenenbild und der Ton.

Rücktrittsforderungen

Der Ärger über das Fernbleiben des Kulturministers überschattete die Verleihung. In Dankesreden wurde es als "beleidigend" und "unglaublich" kritisiert. "Diese Gala ist historisch, zum ersten Mal ist der Kulturminister nicht dabei", sagte Goya-Moderator Manel Fuentes. Viele forderten den Rücktritt des Politikers. Wert habe "seine absolute und bewusste Ablehnung der Filmindustrie" an den Tag gelegt, sagte Bardem (44).

Die Kulturszene hält der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy unter anderem vor, mit der Anhebung der Mehrwertsteuer für Kino, Musik und Theater von acht auf 21 Prozent im Jahr 2012 die Kunst in Spanien an den Rand des Abgrunds zu treiben. Immer mehr Kinosäle mussten zuletzt schließen. Den Schlagabtausch setzte am Montag die Präsidentin von Rajoys konservativer Volkspartei (PP) in Madrid, Esperanza Aguirre, fort. Der Minister habe sich um "viel Wichtigeres zu kümmern als Schauspieler", etwa "um Forscher und Wissenschafter", sagte sie. (APA, 10.2.2014)

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