Kombinationen auf dem Eis

Kolumne9. Februar 2014, 17:44
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ÖEHV-Team gewinnt ein verbotenes Testspiel gegen Slowenien

Am Abend vor dem Tag, an dem man dem großen Sieg des Matthias Mayer in Rosa Chutor im Kaukasus beiwohnte, hatte man sich unten am Schwarzen Meer befunden, im olympischen Park von Sotschi mit seinen gigantischen Spielhallen. Und wohnte in einer mächtigen Trainingshalle hinter dem prunkvollen Bolschoi-Eispalast, in der zwei Eishockeyrinks untergebracht sind, dem Training der österreichischen Nationalmannschaft bei.

Es handelte sich um ein sogenanntes kombiniertes Training, die Österreicher kombinierten mit den Slowenen. Eigentlich kombinierten sie gegen die Slowenen und das sehr erfolgreich, deshalb gewannen sie mit 4:1. Das freilich ist inoffiziell, findet keinen Eingang in die Länderspielstatistik, trotzdem ist es nicht geheim geblieben. Der Internationale Eishockeyverband verbietet Testspiele kurz vor dem Turnier am Wettkampfort. Also gab es keine elektronischen Anzeigen, und die Schiedsrichter waren mit Stoppuhren ausgestattet.

Die Teams waren gar nicht so leicht auseinanderzuhalten. Schließlich tragen die Österreicher, wenn sie gegen sich selbst kombinieren, rote und schwarze Trainingsleiberln, und die Slowenen, wenn sie Nämliches tun, weiße und blaue. Also spielten manchmal beispielsweise ein Roter und vier Schwarze gegen zwei Blaue und drei Weiße, Goalies exklusive, versteht sich. Die Österreicher, deren NHL-Legionäre Thomas Vanek, Michael Raffl und Michael Grabner erst heute über den großen Teich nach Sotschi kommen, machten gute Figur bei diesem letzten Test, bevor es ernst wird, bevor am Donnerstag die einschlägige Großmacht Finnland wartet. Aber Mayer haben die Finnen auch keinen. (Benno Zelsacher, DER STANDARD, 10.2.2014)

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