Landertinger als Mitfavorit im Rennen

9. Februar 2014, 16:59
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Die weiteren Ziele hinter dem ersten Ziel

Krasnaja Poljana - Ole Einar Björndalen, der Norweger mit olympischen Rekordambitionen, streut Rosen. "Als ich gehört habe", erzählt der Sieger des Sprints über zehn Kilometer, "dass es ein Kampf mit Dominik ist, hatte ich wirklich Angst, weil ich seine Geschwindigkeit auf den letzten hundert Metern kenne. Ich habe gewusst, dass es knapp wird."

Sehr knapp sogar. Für die heutige 12,5-km-Verfolgung (16 Uhr) nimmt der 40-Jährige mit Tiroler Wohnsitz nur 1,3 Sekunden Vorsprung auf den 25-jährigen silbernen Tiroler mit, der seinerseits nur 4,4 Sekunden vor dem Tschechen Jaroslav Soukup startet.

Das wird nicht nur ein Laufen und Schießen, sondern angesichts der knappen Abstände - Simon Eder als Siebenter läuft mit 13,7 Sekunden Rückstand auf Björndalen auch ums Stockerl - quasi ein Hauen und Stechen.

Und Landertinger, der sein Olympiasoll mit der zweiten Silbernen nach der Staffelmedaille in Vancouver abhaken konnte, will da mitten drinnen sein. "Ich habe mein Ziel ja schon erreicht. Ich kann es jetzt hier auch genießen. Ich kann sicher lockerer in die weiteren Rennen gehen, aber gelaufen ist es noch nicht, jetzt geht es erst richtig los."

Der Hochfilzener hat in Björndalen einen ziemlich anspruchsvollen Hasen auf der Loipe. Den knappen Rückstand im Sprint will er allerdings keineswegs überschätzen. Er sei beim Schießen ja fehlerfrei geblieben, Björndalen hat vor seinem siebenten Olympiagold in die Strafrunde gemusst, "das sagt eigentlich alles".

Cheftrainer Remo Krug verbietet sich und den Seinen das Kalkulieren: "Man kann nicht mit einer weiteren Medaille rechnen." Aber nicht das Spekulieren: "Wir haben eine Riesenchance, und die wollen wir nutzen nach dem perfekten Auftakt."

Der lag nicht allein in der Silbernen. "Wir haben im Verfolger zwei ganz heiße Eisen, aber es geht brutal eng zu." Sehr erfreulich sei aber die Schießleistung gewesen. Nur Daniel Mesotitsch traf zweimal nicht. "Sieben von acht möglichen Nullern, das habe ich nur selten erlebt."

Auch Christoph Sumann, in Vancouver Verfolgungs-Silberner, blieb fehlerfrei. Mit 52 Sekunden Rückstand wird er eher unter ferner laufen. Er empfiehlt einen Blick nach vorne: "Dort wird's ein Gemetzel geben." (APA, wei, DER STANDARD, 10.2.2014)

  • Dominik Landertinger vergoss nach seinem Silber zunächst ein paar Tränen. Bei der "flower ceremony" war der 25-jährige Tiroler dann ziemlich ausgelassen.
    foto: reuters/carlos barria

    Dominik Landertinger vergoss nach seinem Silber zunächst ein paar Tränen. Bei der "flower ceremony" war der 25-jährige Tiroler dann ziemlich ausgelassen.

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