UN-Bericht zu Afghanistan: 2013 mehr als 560 Kinder getötet

9. Februar 2014, 14:50
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Nie zuvor seit Beginn des Afghanistan-Konflikts vor gut zwölf Jahren wurden mehr Zivilisten getötet oder verletzt als 2013 - Dramatisch ist der Anstieg der Opfer unter Kindern und Frauen

Kabul/New York - Im Afghanistan-Konflikt sind im vergangenen Jahr mehr Kinder und Frauen zu Schaden gekommen als jemals seit Beginn der UN-Erhebung 2009. 561 Kinder seien getötet und 1.195 weitere verwundet worden, ein Plus von 34 Prozent gegenüber 2012, heißt es im am Samstag vorgestellten UN-Jahresbericht zu zivilen Opfern in Afghanistan. 235 Frauen wurden getötet und 511 verwundet, 36 Prozent mehr als 2012.

2013 seien insgesamt 2.959 getötete und 5.656 verletzte Zivilisten registriert worden, teilte die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) weiter mit. Das sei ein Anstieg um 14 Prozent im Vergleich zu 2012, als die Zahlen erstmals seit Beginn des Konflikts Ende 2001 zurückgegangen waren. 2011 waren mehr getötete Zivilisten (3133) als 2013 verzeichnet worden, aber weniger Verletzte (4706).

Unama machte Aufständische wie die Taliban für 74 Prozent der 2013 getöteten oder verletzten Zivilisten verantwortlich. Acht Prozent der Opfer hätten die afghanischen, drei Prozent die ausländischen Sicherheitskräfte zu verantworten, hieß es. In zehn Prozent der Fälle seien Zivilisten bei Bodengefechten zwischen die Fronten geraten. Die Verantwortung für die verbleibenden Opfer habe keiner Seite zugeordnet werden können.

Bei der Explosion eines Sprengsatzes wurde am Samstag ein sechs Jahre altes Mädchen getötet. Sechs weitere Zivilisten seien verletzt worden, als die Bombe in der Nähe einer Schule in der ostafghanischen Stadt Jalalabad detonierte, sagte ein Polizeisprecher.

Die deutsche Bundesregierung hatte in dieser Woche in ihrem Afghanistan-Fortschrittsbericht geschrieben, dass auch die Zahl der Gefallenen bei der afghanischen Armee und Polizei im vergangenen Jahr stark gestiegen sei. In den ersten elf Monaten 2013 verdoppelte sie sich demnach verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf landesweit rund 4.600. Die Sicherheitslage bleibe insgesamt angespannt. (APA, 9.2.2014)

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