Skiathlon-Gold geht an Cologna, Dürr starker Achter

9. Februar 2014, 12:25
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Dem Niederösterreicher fehlten nach 30 Kilometern nur 15 Sekunden auf eine Medaille - Traum-Comeback für Schweizer Cologna nach mehreren Bänderrissen

Krasnaja Poljana - Bedächtig und überlegt wählte der Schweizer Dario Cologna nach dem Triumph im olympischen Skiathlon seine Worte. "Mit Wunderheilung muss man ein bisschen aufpassen", sagte der 27-Jährige, als er zu seiner schnellen Genesung gefragt wurde. Das Traum-Comeback Colognas passt jedenfalls perfekt zu jener Sorte Geschichten, die bei Olympischen Spielen so gerne geschrieben und später mannigfach wiedererzählt werden.

Cologna, Olympiasieger 2010 in Vancouver über 15 km Freistil, rutschte Mitte November 2013 beim Joggen in Davos auf einer Eisplatte aus. Im rechten oberen Sprunggelenk rissen Innenband, Außenband und Syndesmoseband. Cologna musste sich unters Messer legen und mehrere Wochen pausieren. Erst eine Woche vor Sotschi humpelte er in den Langlauf-Weltcup zurück - und wurde auf Anhieb Zweiter.

Hellner und Sundby auf den Plätzen

Im Laura Ski Center in Krasnaja Poljana vollendete Cologna, der aus dem kleinen Bergdorf Santa Maria Val Müstair im Kanton Graubünden stammt, sein persönliches Märchen schon im ersten Langlauf-Rennen. Im Skiathlon über 30 Kilometer, wovon 15 in der klassischen und 15 in der freien Technik gelaufen werden, setzte sich der Schweizer nach 1:08:15 Stunden um 0,4 Sekunden vor dem Schweden Marcus Hellner durch. Hellner hatte sich vor vier Jahren in Vancouver Gold über 30 km Verfolgung und in der Staffel geholt. Dritter wurde der Gesamtweltcupführende Martin Johnsrud Sundby aus Norwegen (+1,4 Sekunden).

Hinkender Olympiasieger

"Das ist sehr speziell. Das ist der größte Erfolg meiner Karriere", sagte Cologna sichtlich bewegt. "Ich habe 2013 im Weltcup hier in Sotschi schon gewonnen. Ich wollte das Gleiche einfach noch einmal schaffen." Dabei hinkt der Verfolgungs-Weltmeister von 2013 in Val die Fiemme nach seinem Trainingssturz nach wie vor. Auf Langlaufskiern soll ihn die Verletzung nach eigenen Angaben aber fast nicht mehr beeinträchtigen. Das zeigt auch Colognas Ankündigung, in Sotschi das Maximum von sechs Olympia-Rennen bestreiten zu wollen.

Geglücktes Olympiadebüt

Österreichs Medaillenhoffnung Johannes Dürr lieferte als Achter ein starkes Olympiadebüt ab. Dennoch zeigte sich der 26-jährige Niederösterreicher, der vor der fünf Kilometer langen Schlussrunde in Führung gelegen war, auch ein wenig enttäuscht. "Ich habe gewusst, ich habe heute nicht die spritzigsten Haxen", sagte der Dritte der verwichenen Tour de Ski. "Ich bin immer ganz entspannt gelaufen, aber im Finish war die Spritzigkeit nicht da." Auf eine Medaille fehlten Dürr, der an der Strecke von seinen Eltern angefeuert wurde, 15,1 Sekunden.

Am Dienstag fliegt Dürr nach Österreich zurück, um sich in Obertilliach auf den finalen 50-Kilometer-Bewerb am 23. Februar vorzubereiten. Dort seien die Trainingsbedingungen besser als in Russland. "Die Form stimmt im Hinblick auf den 50er absolut." (krud, APA, DER STANDARD, 10.2.2014)

Ergebnis Langlauf - Skiathlon Herren (15 km klassisch und 15 km Skating):

1. Dario Cologna (SUI) 1:08:15,4 Std. - 2. Marcus Hellner (SWE) +0,4 Sek. - 3. Martin Johnsrud Sundby (NOR) +1,4 - 4. Maxim Wylegschanin (RUS) 1,5 - 5. Ilja Tschernusow (RUS) 13,8 - 6. Jean-Marc Gaillard (FRA) 14,4 - 7. Daniel Richardsson (SWE) 16,3 - 8. Johannes Dürr (AUT) 16,6 - 9. Maurice Manificat (FRA) 18,2 - 10. Lars Nelson (SWE) 22,3

  • Johannes Dürr führte wenige Kilometer vor dem Ziel das Feld an, am Schluss fehlte es ihm an Spritzigkeit.
    foto: apa/epa/singer

    Johannes Dürr führte wenige Kilometer vor dem Ziel das Feld an, am Schluss fehlte es ihm an Spritzigkeit.

  • Am Ende lag Dario Cologna ganz vorne und besorgte die erste Goldene für die Schweiz.
    foto: ap/ gregorio borgia

    Am Ende lag Dario Cologna ganz vorne und besorgte die erste Goldene für die Schweiz.

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