Homs: UNO-Hilfe unter lebensgefährlichen Bedingungen

10. Februar 2014, 09:33
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Hilfskonvoi beschossen - 600 Zivilisten in Sicherheit gebracht - Zweite Runde der Syrien-Gespräche startet in Genf

Damaskus/Beirut - In Genf setzen die Vertreter des syrischen Regimes und der Opposition am Montag ihre Verhandlungen über ein Ende des Bürgerkrieges fort. Nach dem erfolglosen Abschluss der ersten Runde der Friedensgespräche hatte es zuletzt die Umsetzung erster Vereinbarungen zwischen Rebellen und der Regierung gegeben.

Hilfskonvoi unter Beschuss

So wurden aus der seit eineinhalb Jahren von der Armee eingeschlossenen Altstadt von Homs erstmals Zivilisten in Sicherheit gebracht. Zudem lieferten die Vereinten Nationen dringend benötigte Hilfslieferungen nach Homs. Obwohl für die Zeit der UNO-Hilfseinsätze eine Waffenruhe galt, geriet der Hilfskonvoi am Samstag unter heftigen Mörserbeschuss.

Vor der zweiten, vom UNO-Sondergesandten Lakhdar Brahimi geleiteten Verhandlungsrunde hält sich der Optimismus in Grenzen. Es gilt als ausgeschlossen, dass die Konfliktparteien sich rasch auf ein Ende des Bürgerkriegs verständigen. Dieser hat nach Angaben von Aktivisten seit März 2011 mehr als 130.000 Menschen das Leben gekostet und Millionen weitere in die Flucht getrieben.

600 Zivilisten in Sicherheit gebracht

Helfer der Vereinten Nationen und der Hilfsorganisation Roter Halbmond brachten am Sonntag Hunderte Zivilisten aus dem seit Monaten belagerten Homs in Sicherheit. Nach Angaben des Roten Halbmonds wurden bis zum Abend mehr als 600 Menschen - vorwiegend Frauen, Kinder und Alte - evakuiert. Zudem seien 60 Nahrungsmittelpakete und 1.500 Kilogramm Mehl in der Altstadt von Homs verteilt worden.

Die den Regierungsgegnern nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London berichtete, unter den evakuierten Zivilisten seien auch 130 junge Männer. Diese hätten sich unter UNO-Aufsicht den syrischen Behörden ergeben. Sie sollen demnach "bald freigelassen" werden. Am Vortag hatten 83 Zivilisten die Altstadt verlassen können.

Waffenruhe gebrochen

Während der Evakuierungen am Sonntag wurde wie schon am Vortag die Waffenruhe wiederholt gebrochen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden mindestens fünf Männer durch Granatfeuer getötet. Bereits am Vortag waren fünf Menschen durch Granatfeuer und Schüsse umgekommen, ein erster Hilfskonvoi war auf dem Weg in die Altstadt beschossen worden. Rebellen und Regierung werfen sich gegenseitig vor, hinter dem Bruch der Vereinbarungen zu stehen.

Ursprünglich sollte die Waffenruhe am Sonntagabend enden. Den Aufständischen zufolge wurde sie jedoch um 72 Stunden verlängert. Die Evakuierungen sollen demnach heute fortgesetzt werden.

Islamistische Kämpfer eroberten alawitisches Dorf

Islamistische Kämpfer eroberten unterdessen ein alawitisches Dorf in der Provinz Hama. Die Rebellen hätten in der Ortschaft Maan 25 Menschen getötet, berichtete die Beobachtungsstelle. Dabei handle es sich vor allem um Mitglieder einer Miliz, die Staatschef Bashar al-Assad unterstütze. Die Regierung sprach von einem Massaker: Die Rebellen hätten vor allem Frauen und Kinder umgebracht.

Assad und viele Mitglieder der syrischen Führung gehören der Minderheit der Alawiten an. Die meisten Rebellen sind dagegen Sunniten. Islamistische Kämpfer haben in der Provinz Hama eine Offensive gestartet, um Versorgungswege von der Hauptstadt Damaskus in den Norden des Landes abzuschneiden.

Nach einem Bericht der Beobachtungsstelle kamen bereits am Samstag in der Region 20 Mitglieder der Sicherheitskräfte ums Leben, als ein Kämpfer der islamistischen Al-Nusra-Front an einem Kontrollpunkt ein Auto in die Luft sprengte. Die Gruppe ist mit der Al-Kaida verbündet. (APA, 10.2.2014)

  • UN-Mitarbeiter kommen in Homs an.
    foto: reuters/yazan homsy

    UN-Mitarbeiter kommen in Homs an.

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