Hilfskonvoi erreicht Altstadt von Homs

8. Februar 2014, 18:00
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Heckenschützen beschießen Helfer

Homs/Aleppo - In der seit eineinhalb Jahren belagerten Altstadt von Homs haben die Zivilisten erstmals Hilfslieferungen mit Lebensmitteln und Medikamenten erhalten. Mindestens zwei Lastwagen der Vereinten Nationen (UN) erreichten am Samstagnachmittag die Stadt. Die von den Bürgerkriegs-Gegnern vereinbarte Versorgung der umkämpften Zone hatte sich um mehrere Stunden verzögert.

Heckenschützen beschießen Helfer

Vertreter des Regimes und der Rebellen beschuldigten sich am Samstag in Homs gegenseitig, eine seit dem Vortag geltende Waffenruhe gebrochen zu haben. Der Gouverneur der Provinz Homs, Talal al-Barasi, erklärte, die Aufständischen hätten aus ihrer Zone Mörsergranaten abgefeuert. Der Aktivist Omar Homsi aus dem belagerten Teil von Homs sagte der Nachrichtenagentur dpa am Telefon, Heckenschützen des Regimes hätten Schüsse auf den Zugang zur Altstadt abgegeben, um die Einfahrt der Hilfskonvois zu sabotieren.

Am Freitag hatten die ersten rund 80 Zivilisten - Frauen, Kinder, ältere Menschen - die Altstadt verlassen können. Der Hilfsaktion war eine Einigung zwischen der Regierung in Damaskus, den Aufständischen und den Vereinten Nationen vorausgegangen. UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sprach am Freitag (Ortszeit) in New York von einem "kleinen, aber wichtigen Schritt auf dem Weg zur Einhaltung internationaler Menschenrechte".

In der von Rebellen im Sommer 2012 eingenommenen und von Regierungstruppen umstellten Altstadt von Homs sitzen nach UN-Angaben rund 2.500 Zivilisten ohne ausreichende Nahrung und Medikamente fest.

Fassbomben in Aleppo

Unterdessen wurden in Aleppo bei neuen Angriffen mit sprengstoffgefüllten Fassbomben nach Angaben der Beobachtungsstelle mindestens 20 Menschen getötet. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Informanten vor Ort; ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Die Armee versucht seit Wochen, die von den Rebellen gehaltenen Stadtteile der einstigen Wirtschaftsmetropole zurückzuerobern. Durch die Fassbomben, die wegen ihrer ungezielten Wirkung besonders in der Kritik stehen, wurden in den vergangenen Wochen nach Angaben der Beobachtungsstelle Hunderte Menschen getötet. (APA, 8.2.2014)

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