Erster Olympiasieger kommt aus den USA

8. Februar 2014, 10:33
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Sage Kotsenburg holt Gold im Snowboard-Slopestyle - Österreicher ohne Medaillenchancen

Krasnaja Poljana - Mit Sage Kotsenburg hat ein Außenseiter die historische Goldmedaille in der Snowboard-Disziplin Slopestyle geholt. Bei der Olympia-Premiere dieser Snowboard-Disziplin wühlte der 20-jährige US-Amerikaner mächtig in seiner Trickkiste und verwies im Extrem-Park von Rosa Chutor mit 93,50 Punkten die gleichaltrigen Staale Sandbech (NOR/91,75) und Mark McMorris (CAN/88,75) auf die weiteren Ränge.

Besser hätte das Debüt der neuen Sportart im Zeichen der Fünf Ringe nicht laufen können. Herrliches Wetter, kreischende Fans und ein spektakulärer Parcours mit schwierigen Rails (Geländern) und Kickern (Sprünge) erinnerten die durchwegs jungen Protagonisten an ihre Auftritte bei den X-Games, die Kultcharakter haben und die sich kein Freestyler entgehen lassen will.

Kotsenburg hatte im Finale bereits alles in den ersten Lauf gelegt, einzigartige Moves an den Rails gezeigt und einen Backside 1620 (viereinhalbfache Drehung) - bewerbsmäßig erstmals, wie er später in der Pressekonferenz erzählte. Dank Schwierigkeitsgrad und sauberer Ausführung bedeutete das am Ende den Titelgewinn. McMorris zeigte einen Backside Triple Cork 1440 (dreifacher Salto mit vier Umdrehungen), bekam aber schwächere Noten.

"Wir lieben einander"

Unter Freunden spielt es aber bekanntlich keine große Rolle, wer einen Deut besser oder schlechter war. Auch wenn es um Gold geht. "Mit meinen Freunden hier auf dem Podium zu stehen, das ist einfach super. Sage ist super-kreativ gewesen, das hat sich ausgezahlt", sagte Sandbech, der als Einziger des Trios direkt aus der Qualifikation in das Zwölferfinale gekommen war. Kotsenburg und McMorris hatten sich erst Samstagvormittag für das Finale qualifiziert.

"Das ist großartig und das Verrückteste, das mir je passiert ist", meinte der langhaarige Kotsenburg, der schnell einmal nachrechnete und draufkam, dass er zuletzt als Elfjähriger wirklich etwas gewonnen hat. "Hierherzukommen und zu gewinnen, das ist so cool. Und mit Freunden auf dem Podium zu stehen, das ist echt krank! Wir lieben einander! Echt", gestand Kotsenburg, der sich als  junger Bursche alte Snowboard-Filme angesehen hat und sich davon inspirieren ließ.

Kurz wurde bei aller Freundschaft schon über die - teils kritisierte - Arbeit der Punkterichter gesprochen, aber Neid kam keiner auf. "Wir sind ja alle Freunde. Ich wünsche doch niemanden was Schlechtes, nur damit ich besser bin", versicherte Sandbech. "Snowboardfahren, Lachen, Freunde sein, darum geht es uns. Da gibt es keine Geheimnisse oder sonst was."

"In die Hosen gegangen"

Österreicher waren in der Entscheidung der Top-12 nicht mehr dabei. Clemens Schattschneider landete im Semifinale am Samstag auf dem 17. Rang (29,50). "Im ersten Run habe ich einen Speedcheck (Bremser/Anm.) zu viel gemacht, dann war ich zu langsam. Im zweiten Run war ich beim Uprail zu weit rechts, da war ich einfach unkonzentriert. Ich habe mich wahrscheinlich schon mehr auf die Kicker konzentriert, deshalb sind die Rails in die Hosen gegangen", sagte der Niederösterreicher, der als 17. des Halbfinales mit nur 29,50 Punkten ausschied.

Mathias Weißenbacher hingegen war die ganze Woche schon mit dem Parcours nicht richtig zurecht gekommen, er wurde mit 28,50 Punkten 18. "Es hat sich schon in der Qualifikation gezeigt, dass das es nicht so ganz meins ist. Ich bin nicht auf Hochtouren gekommen, als heute vor dem Bewerb Trainingsbeginn war, war es noch dunkel. Da ist es nicht so lustig zu fahren, der Kurs ist so schon schwierig genug", sagte der Salzburger.

Nur die Top 4 kamen in das Zwölferfinale, in das aus der Qualifikation acht Teilnehmer direkt aufgestiegen waren. Adrian Krainer war nicht am Start, er hatte sich am Freitag im Training verletzt. (APA, 8.2. 2014)

Final-Ergebnisse von den XXII. Olympischen Winterspielen in Sotschi

Snowboard-Slopestyle, Herren: 1. Sage Kotsenburg (USA) 93,50 Punkte - 2. Staale Sandbech (NOR) 91,75 - 3. Mark McMorris (CAN) 88,75 - 4. Sven Thorgren (SWE) 87,50 - 5. Maxence Parrot (CAN) 87,25 - 6. Jamie Nicholls (GBR) 85,50 - 7. Peetu Piiroinen (FIN) 81,25 - 8. Yuki Kadono (JPN) 75,75 - 9. Sebastien Toutant (CAN) 58,50 - 10. Billy Morgan (GBR) 39,75.

Weiter (im Halbfinale out): 25. Clemens Schattschneider (AUT) 29,50 - 26. Mathias Weißenbacher (AUT) 28,50. Nicht zum Halbfinale angetreten: 29. Adrian Krainer (AUT)

  • Sage Kotsenburg jubelt amerikanisch.
    foto: ap/wong

    Sage Kotsenburg jubelt amerikanisch.

  • Mathias Weißenbacher fliegt.
    foto: apa/fohringer

    Mathias Weißenbacher fliegt.

  • Der Japaner Yuki Kadono in atemberaubender Höhe.
    foto: ap/buettner

    Der Japaner Yuki Kadono in atemberaubender Höhe.

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