Die Partei braucht Pühringer

7. Februar 2014, 18:01
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Druck auf VP-Oberösterreich-Chef für vierte Kandidatur

Linz - Die Zeit drängt. Die oberösterreichische ÖVP wartet auf die Verkündung von Landeshauptmann Josef Pühringer, nochmals als Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen im Herbst 2015 anzutreten. Angesichts der internen Turbulenzen in der Bundespartei hat der Druck auf ihn deutlich zugenommen. Im Gegensatz zu Michael Spindelegger (-17 Prozent) genießt Pühringer laut OGM-Umfrage mit 23 Prozent das höchste Vertrauen in der Bevölkerung.

Dieser Bonus verpflichte gerade dann zum Weitermachen, wenn das Ansehen der Partei schwinde, lautet eines der meist angeführten Argumente gegen den Rückzug des derzeit angesehensten ÖVP-Politikers. Aber auch die Ausgangslage in Oberösterreich spricht für eine vierte Kandidatur Pühringers. Die Neos stehen in den Startlöchern, bereiten ihren Auftritt für die Landtagswahl vor. Heute, Samstag, treffen sie sich in Linz zum ersten Oberösterreich-Konvent.

Schon jüngst bei einer Diskussion im Presseclub mit Oberösterreichs ÖVP-Klubobmann Thomas Stelzer und Neos-Chef Matthias Strolz, zeigten sich die Schwarzen in Habt-Acht-Stellung. Denn auch wenn die Neos bei den Nationalratswahlen in Oberösterreich lediglich 3,4 Prozentpunkte erreicht haben, versicherte Stelzer: "Wir machen sicherlich nicht den Fehler, irgendjemanden zu unterschätzen. Bei uns ist jeder ein Mitbewerber, wir werden uns doppelt und dreifach anstrengen." Strolz hingegen gab sich angriffslustig. Er will der ÖVP-Haltung "uns gehört dieses Land" eine "neue, frische Kultur" entgegensetzen. Zumindest sehen die Schwarzen sehr wohl die Gefahr, dass die Neos ihnen nächsten Herbst wertvolle Stimmen abnehmen könnten, die die Volkspartei einen Landesregierungssitz kosten könnten.

Absolute halten

Wahlziel der ÖVP ist es, die Absolute in der Regierung zu verteidigen. Derzeit hat sie fünf der neun Sitze. Daher verfolgt man in der Parteizentrale im Linzer Gleißner-Haus die Strategie, auf die sichere Karte zu setzen, und keinen Neuen ins Rennen um den Landeshauptmannsessel zu schicken. Umfragen gehen davon aus, dass die ÖVP in Oberösterreich mit Pühringer an der Spitze um zehn Prozentpunkte mehr erreichen könnte als ohne ihn. Der Landeshauptmann wird vermutlich die Hofübergabe auf Mitte der nächsten Legislaturperiode verschieben. Auch wenn von ihm nur zu hören ist: "Ich entscheide mich im ersten Halbjahr 2014." (Kerstin Scheller, DER STANDARD, 8.2.2014)

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