Diskussion um Abwertungsbedarf

7. Februar 2014, 18:16
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Wien/Klagenfurt - Die Hypo Alpe Adria weist die zuletzt medial kolportierten Zahlen zu einem möglichen akuten Abwertungsbedarf in Milliardenhöhe im Zuge der Schaffung einer Abbaueinheit (Bad Bank) zurück. Die zuletzt verbreiteten Summen entbehrten "jeglicher seriöser Basis". Die Bank betont in einer schriftlichen Stellungnahme, die zum Abbau bestimmten Teile sind schon "vorschriftsgemäß bewertet".

Bankintern sind derzeit rund 12 Mrd. Euro in einer Abbaueinheit geparkt. Dazu können weitere 3 Mrd. Euro gerechnet werden, die aus der Italien-Tochter abzubauen sind. Zu den so entstehenden 15 Mrd. Euro kann nach APA-Informationen eine weitere Milliarde Euro gerechnet werden, die derzeit zusätzlich aus dem Südosteuropa-Netzwerk der Hypo in deren Abbauteil genommen werden.

Samt weiterer schwer verkäufliche Beteiligungen kommt man auf die bekannten bis zu 19 Mrd. Euro für eine Bad Bank. Allerdings sind bei dieser Rechnung auch "performante" liquide 6 Mrd. Euro enthalten - also sprechen manche Insider im Vorfeld weiterer Treffen der Hypo Task Force von einer Bad Bank mit einem Volumen von 10 bis 13 Mrd. Euro.

In der Stellungnahme von der Bank von Freitag heißt es weiter, dass "die Bewertungen der Bank den international gültigen Vorschriften folgen und schon bisher die Verpflichtung zum Abbau und der Abwicklung weiterer Teile der Bilanzsumme der Hypo Alpe Adria berücksichtigen". Damit schließt die Bank indirekt einen medial kolportierten Haircut von 30 Prozent aus. "Im Interesse einer effizienten Restrukturierung, Verwertung und Privatisierung (...) wurden die zum Abbau bestimmten Teile in einem unternehmensinternen Abbauteil zusammengefasst und vorschriftgemäß bewertet."

Zuvor hatte die Wiener Zeitung über neue mögliche Probleme bei der Verwertung der Hypo berichtet. Die Übertragung maroder Hypo-Vermögenswerte über 13 Mrd. Euro in eine Bad Bank sei laut einem anonymen Regierungsinsider rechtlich nicht möglich, hieß es in der Zeitung. Würden 70 Prozent wertberichtigt, blieben 9 Mrd. Euro, die noch heuer im Staatsbudget zu Buche schlagen würden. "Die Idee alle Vermögenswerte der Hypo zum Buchwert, also ohne Wertberichtigungen, in die neue Bad Bank zu übernehmen, wird nicht funktionieren", zitiert die Zeitung den anonymen Fachmann aus Regierungskreisen. (APA/red, derStandard.at

  • Klaus Liebscher
    foto: apa/schlager

    Klaus Liebscher

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