"Secret"-App: Das anonyme soziale Netzwerk

7. Februar 2014, 17:08
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Neue Anwendung von Ex-Google-Mitarbeitern lässt Nutzer ohne Namensnennung posten, streut Gerüchte in der IT-Branche

Eine neue App sorgt für Aufregung in der IT-Szene: "Secret", bislang nur in den USA und für iPhones verfügbar, erlaubt Usern das Posten ohne Namensnennung. Der Beitrag wird an alle Kontakte geschickt, die ebenfalls "Secret" verwenden; was Anonymität also nur bei einigen Nutzern im Freundeskreis garantiert. Anschließend können diese den Beitrag ebenfalls weiterversenden. Empfänger erhalten lediglich die Information, ob der Beitrag von Freunden beziehungsweise Freundesfreunden stammt oder ob der Post wegen seiner allgemeinen Beliebtheit angezeigt wird.

Bei Kommentaren erhalten User Symbolbild

Wird durch einen Beitrag eine Diskussion ausgelöst, erhalten Teilnehmer ein Symbol zugeordnet, das sie in der Debatte repräsentiert. So soll einerseits Anonymität garantiert, gleichzeitig aber auch vor Missbrauch geschützt werden: Da die User sich gegenseitig theoretisch kennen, soll der Tonfall gemäßigt bleiben.

Gerüchte sorgen für offizielle Reaktionen

Erste Medienberichterstattung wurde der App zuteil, als jemand kundtat, der Notizdienst Evernote solle verkauft werden. Das Unternehmen ließ sogar ein offizielles Dementi aufsetzen, um der "Secret"-Gerüchteküche ein Ende zu setzen. Insgesamt drehen sich die meisten Beiträge um Insiderinformationen aus dem Silicon Valley, wie TechCrunch berichtet.

Trend: Abkehr vom Klarnamen

Anders ist dies bei der "Whisper"-App, die schon vor längerer Zeit veröffentlich wurde. Hier geht es primär darum, anonym Ratschläge von anderen Usern einzuholen oder intime Geständnisse zu machen. Man postet mit einem Alias, Beiträge bestehen aus einem Bild und etwas Text. Das MIT Technology Review sieht im Erfolg der beiden Apps Hinweise darauf, dass sich immer mehr Menschen von Facebooks Klarnamen-Druck abwenden würden. Ein Trend, der auch von Facebook erkannt wird: So hatte Mark Zuckerberg kürzlich gegenüber dem Bloomberg Businessweek bekanntgegeben, dass künftige Facebook Apps auch anonym funktionieren könnten. (fas, derStandard.at, 7.2.2014)

  • "Es geht nicht darum, wer du bist, sondern was du sagst", versprechen die App-Betreiber
    foto: screenshot/secret.ly

    "Es geht nicht darum, wer du bist, sondern was du sagst", versprechen die App-Betreiber

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