"Fuck the EU": Offenbar auch Gespräch von Ashton-Mitarbeiterin online

7. Februar 2014, 15:11
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Deutsche Diplomatin Schmid demnach verärgert über US-Kritik an EU

Neben einer rüden Äußerung der US-Europabeauftragten Victoria Nuland ist nun ein weiterer Gesprächsmitschnitt aufgetaucht, der Spannungen zwischen USA und EU beim Thema Ukraine offenlegen soll. In dem auf Youtube veröffentlichten Mitschnitt sollen die Top-Diplomatin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, Helga Schmid, und der EU-Botschafter in der Ukraine, Jan Tombinski, zu hören sein.

Kritik an US-Vertretern

In dem Telefonat ärgert sich Schmid - eiine deutsche Diplomatin - darüber, dass in der Diskussion um Sanktionen "die Amerikaner herumgehen und die EU an den Pranger stellen, wir seien da zu soft". Der rund zwei Minuten lange Mitschnitt stammt offenbar vom 31. Jänner, da Schmid die Veröffentlichung eines Statement Ashtons zu dem nach eigenen Angaben verschleppten und gefolterten ukrainischen Regierungsgegner Dmitro Bulatow erwähnt. Die Internetseite EU Observer zitiert EU-Diplomatenangaben, nach denen der Mitschnitt ebenso wie die zuvor aufgetauchten Äußerungen Nulands authentisch zu sein scheine.

"Ich wollte dir eine Sache nur vertraulich sagen", sagt demnach Schmid auf Deutsch zu dem Polen Tombinski. "Die Amerikaner gehen ein bisschen 'rum und erzählen, dass wir zu weich sind, während sie stärker sind und auf Sanktionen gehen."

"Wir sind überhaupt nicht soft"

Mit Blick auf mögliche Sanktionen gegen Vertreter der Ukraine sagt die EU-Topdiplomatin in dem ihr zugeschriebenen Gespräch weiter: "Wir müssen das machen und wir müssen das aber ganz klug vorbereiten." Dann fügt sie hinzu: "Aber was du wirklich wissen sollst und was uns sehr ärgert: Dass die Amerikaner 'rumgehen und die EU an den Pranger stellen und sagen, wir seien da zu soft." Diese Information habe sie von Journalisten erhalten.

"Ich will dir das nur sagen, dass du vielleicht, wenn du mit dem amerikanischen Botschafter auch sprichst, und sagst, wir sind überhaupt nicht soft", sagt Schmid zu Tombinski. Die EU habe ein "sehr starkes Statement" zu Bulatow, das nun veröffentlicht werde. "Wir gehen auch in die Richtung (von Sanktionen), wir hängen das nur nicht an die große Glocke, weil das sehr viel effektiver ist, wenn wir das so machen". Es ärgere sie, "wenn die Presse jetzt berichtet, die EU ist nicht auf der Seite der Freiheit".

"Wir sind nicht in einem Rennen, wer stärker vorgeht", antwortet Tombinski. "Wir haben andere Instrumente." Sie wolle aber nicht, dass Ashton beschädigt werde, sagt Schmid. "Das geht nicht, Cathy (Ashton) wird das auch mit (US-Außenminister) Kerry ansprechen. (...) Wir wollen jetzt hier nicht in ein Wettrennen gehen, aber das ist wirklich sehr unfair, wenn sie das verbreiten."

"Fuck the EU"

Die Europa-Beauftragte von US-Außenminister John Kerry, Nuland, hatte in einem Telefonat mit dem US-Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt, zur Rolle der Europäer in der Ukraine "Fuck the EU" gesagt. Das Telefonat war am Donnerstag auf der Online-Plattform Youtube aufgetaucht. Nach Angaben des US-Außenministeriums entschuldigte sich Nuland inzwischen bei ihren EU-Kollegen. Die USA vermuten Russland hinter dem Leck. (APA, 07.02.2014)

Link: Mitschnitt

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