Österreicher beim Auftakt mit Außenseiterchancen

7. Februar 2014, 13:54
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Landertinger nach Krankheit für Samstag zuversichtlich - Sumann vor letzten Olympia-Auftritten ohne Wehmut

Der Sprint der Herren bildet am Samstag (15.30 Uhr/MEZ) den Auftakt der olympischen Biathlonbewerbe. In der schnellsten Disziplin ruhen die österreichischen Hoffnungen vor allem auf Dominik Landertinger. Der Ex-Weltmeister im Massenstart war über die 10 km zuletzt in Antholz Vierter.

Danach wurde der mit Abstand Jüngste des Österreicher-Quartetts allerdings von einer Nebenhöhlenentzündung gebremst. Mittlerweile fühlt sich der 25-Jährige aber wieder topfit. "Ich habe das mittlerweile gut auskuriert. Ich glaube nicht, dass der Infekt mich weit zurückgeworfen hat", meinte Landertinger zuversichtlich. Auch die Höhenlage von 1.450 m sei kein Problem, versicherte er. Der Tiroler hatte vor der Erkrankung einen tollen Lauf mit sieben Top-Ten-Ergebnisse in Serie gehabt.

Neben ihm sind im imposanten Stadion Laura, wo alle Bewerbe unter Flutlicht in Szene gehen werden, aber auch Simon Eder, Daniel Mesotitsch und Christoph Sumann für Spitzenplätze gut. Alle drei standen in diesem Winter im Sprint schon unter die besten acht.

"Volles Risiko wäre nicht angebracht"

Eder hat noch eine besondere Rechnung mit Olympia offen. Vor vier Jahren schrammte er als Vierter und Sechster zweimal nur knapp an Edelmetall vorbei. Der Schnellschütze wird am Schießstand aber nicht ohne Rücksicht auf Verluste agieren, denn am Sprint hängt ja auch die Verfolgung. "Volles Risiko wäre nicht angebracht", stellte der 2010 in der Vancouver-Staffel allerdings noch mit Silber belohnte Salzburger klar.

Team-Oldie Sumann hat damals auch in der Verfolgung eine Silberne geholt. Derlei sei in Sotschi aber wohl nur schwer zu wiederholen, fürchtet der 38-Jährige. "Damals war ich im besten Alter und in der Form meines Lebens. Aber ich bin hier, um etwas zu gewinnen und nicht, um teilzunehmen", meinte Sumann, der sich die größten Chancen in der Staffel ausrechnet, "aber auch im Einzel ist für uns alle etwas möglich".

Seine Nervosität hält sich angesichts der bereits vierten Olympiateilnahme in Grenzen. "Im Grunde ist es ein Rennen wie jedes andere. Wenn das Staberl beim Start aufgeht, ist man in seiner eigenen Welt. Natürlich ist Olympia etwas Besonderes, aber es ist die große Kunst, dass man es nicht als solches empfindet", erläuterte der Steirer im Vorfeld seiner letzten Spiele. Wehmut komme deshalb aber keine auf. "Ich bin nicht unbedingt ein Nostalgiker, es ist das letzte Mal und fertig."

Mesotitsch: "Wir dürfen gewinnen"

Auch für Mesotitsch bricht das letzte Olympia-Abenteuer an. Der 37-Jährige stellte klar, dass die Favoriten im Sprint aus anderen Teams kommen. "In den Einzelrennen müssen andere gewinnen, wir dürfen gewinnen", sagte der Kärntner. Die ersten Sieganwärter seien die "üblichen Verdächtigen" wie der Franzose Martin Fourcade und die Norweger um Weltmeister Emil Hegle Svendsen und Altmeister Ole Einar Björndalen.

Anders als Sumann jagt Mesotitsch seiner ersten Einzelmedaille noch nach. "In der Staffel habe ich schon in Vancouver Frieden mit Olympia geschlossen, jetzt will ich noch eine im Einzel. Für Sumi und mich werden es die letzten Olympischen Spiele, und die wollen wir auch genießen."

Wie seine Athleten sieht auch Chefcoach Remo Krug sein Team in einer aussichtsreichen Außenseiterrolle. "Es ist nicht unmöglich, aber die Trauben hängen wahnsinnig hoch", meinte Krug zu den Medaillenchancen in den Einzelkonkurrenzen.

Zur Verdeutlichung verwies der Deutsche auf lediglich zwei ÖSV-Podestplätze in 13 Einzelrennen der Saison. "Die Wahrscheinlichkeit ist danach gesehen nicht sehr hoch, aber wir werden trotzdem alles geben. Wenn es gelingen soll, muss alles zusammenpassen. Man braucht auch das Quäntchen Glück. Dann sind wir auch im Einzel für Überraschungen gut", so Krug. Er schätzt ebenfalls die Chance in der Staffel am höchsten ein, deshalb sei eine Medaille im abschließenden Teambewerb auch das "erklärte Ziel". (APA, 7.2.2014)

  • Die Unterlage passt.
    foto: apa/schlager

    Die Unterlage passt.

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