Die Formel 1 als Benzinsparturbo

Kolumne9. Februar 2014, 18:17
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Die Königsklasse des Autorennsports will verstärkt in die Großserie abstrahlen

 Es gibt ja unterschiedliche Zugänge: Die einen halten den Motorsport im Allgemeinen und die Formel 1 im Besonderen für die Speerspitze der Innovation auf dem Sektor der Automobiltechnik. Man verdanke dem Motorsport die Vierventiltechnik und eine Menge Dinge mehr, die heute selbstverständlich sind im Motorenbau. Die anderen sprechen von lächerlich nebensächlicher Umwegrentabilität. Man müsse schon Ziele definieren und sie verfolgen, wenn man irgendwo hin will, und dürfe den Fortschritt nicht als Abfallprodukt eines Spektakels betrachten.

Wer jetzt eher recht hat, soll hier gar nicht erörtert werden. Tatsache ist, dass das neue Reglement der Formel 1 so befruchtend für die Serienentwicklung sein soll wie nie zuvor. Ein leistungsfähiges Hybridsystem wird mit 100 PS weniger Motorleistung nicht viel langsamere Rundenzeiten bringen als in den Jahren davor. Dazu ist auch noch der Spritverbrauch mit 100 kg pro Rennen limitiert, was ungefähr einem Drittel weniger gegenüber früher entspricht.

Turbolader neu gedacht

Das motorentechnische Kernstück der Innovation ist dabei der elektrisch unterstützte Turbolader. Experten sind sich ziemlich sicher, dass wir ähnliche Konstruktionen bald in Serienautos finden werden.

Der springende Punkt: Wenn der Turbolader beim Hochdrehen elektrisch unterstützt wird, kann er größer dimensioniert werden, womit auch sein Wirkungsgrad deutlich ansteigt. Es ist durch die elektrische Unterstützung nicht mehr notwendig, ihn auf extrem kurze Ansprechzeit zu optimieren. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 7.2.2014)

  • Im spanischen Jerez wird das neue Reglement getestet. Mit teils mäßigem Erfolg.
    foto: reuters/naczka

    Im spanischen Jerez wird das neue Reglement getestet. Mit teils mäßigem Erfolg.

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