Rapid geht "mit gutem Gefühl" ins Derby

7. Februar 2014, 12:10
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Barisic hofft auf erfolgreichen Frühjahrsauftakt: "Richtungsweisend" - Austria-Trainer Bjelica: "Derbys nicht immer schön anzusehen"

Rapid nimmt das 308. Wiener Fußball-Derby am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF eins und Sky) im Hanappi-Stadion mit einer großen Portion Zuversicht in Angriff. Nach einer zufriedenstellenden Vorbereitung hofft Trainer Zoran Barisic, mit einem prestigeträchtigen Sieg in die Bundesliga-Rückrunde zu starten.

"Wir freuen uns auf dieses Spiel und gehen mit einem guten Gefühl ins Derby", erklärte der Wiener. Ein Erfolg über den Erzrivalen würde die Hütteldorfer ihren Saisonzielen näherbringen. "Wir wollen einen internationalen Startplatz und die Nummer eins von Wien bleiben." Vorentscheidenden Charakter hat die Sonntag-Partie laut Barisic aber nicht. "Das Derby ist richtungsweisend, doch wir haben danach noch immer 14 Spiele."

Vorsprung soll ausgebaut werden

Derzeit liegt Rapid als Tabellendritter einen Punkt vor der viertplatzierten Austria. Damit dieser Vorsprung auf vier Zähler anwächst, ist laut Barisic ab der ersten Sekunde höchste Konzentration gefragt. "Wir wollen von Beginn an offensiv auftreten und gefährlich nach vorne kommen."

Die Offensive war in den jüngsten Duellen zwischen den Wiener Clubs aber nur selten Trumpf - in den vergangenen acht Derbys fielen lediglich 13 Tore. "Es treffen zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinander, da können Kleinigkeiten entscheiden. Und in einem Derby will niemand im Defensivspiel einen Fehler machen", so die Begründung von Barisic.

Sein Club ist daheim seit fünf Spielen ungeschlagen, aber auch seit insgesamt vier Bundesliga-Partien sieglos. Seit 2008 warten die Grün-Weißen auf einen siegreichen Frühjahrsauftakt, seit dem 14. März 2010 (2:0) wurde kein Heim-Duell mit der Austria mehr gewonnen. Dem hält Barisic entgegen, als Rapid-Coach kein einziges Derby, das 90 Minuten dauerte, verloren zu haben.

Gute Erinnerungen an das Vorjahr

Die Austria will ihrerseits in der Rolle des Jägers gefallen. Starteten die Violetten im Vorjahr als Gejagter ins schließlich mit dem Meisterteller gekrönte Frühjahr, hat der Meister heuer Platz zwei im Visier. "Mit einem Sieg würde die Zukunft rosig ausschauen", meinte Trainer Nenad Bjelica - um sich wenig später selbst einzubremsen: "Aber es gibt ja dann immer noch 14 Spiele."

Aus den Startlöchern kam die Austria nach Jahreswechsel in den vergangenen Jahren hervorragend. In den jüngsten vier Saisonen ging sie immer als Sieger vom Spielfeld. In Hütteldorf gewannen die Favoritner im Februar des Vorjahres mit 2:1, Philipp Hosiner drehte die Partie damals per Doppelpack. Für die Austria war es der Startschuss zum Gewinn der 24. Meistertrophäe.

Titelverteidigung nicht mehr in Reichweite

Die Titelverteidigung hat die Austria nach einem intensiven Herbst mit Einsätzen in der Champions League inzwischen abgeschrieben. 19 Zähler Rückstand auf Vizemeister Salzburg in 15 Runden aufzuholen, scheint selbst für violette Optimisten unmöglich. Das Minimalziel der Chefetage lautet nun, den Startplatz in der kommenden Europa-League-Saison einzufahren. Eine Niederlage gegen Rapid würde nicht wirklich in die Marschroute passen.

"Bei der Austria steht immer viel auf dem Spiel. Ich bin überzeugt, dass wir damit zurecht kommen werden", sah Bjelica die Ausgangslage trotzdem entspannt. Der Kroate bezeichnete das Derby dennoch als "sehr wichtiges Spiel. Wir verbinden große Hoffnungen damit."

Bjelica: "Derbys sind meistens knappe Spiele"

Mit Blick auf die aktuelle Statistik seines Teams im Hanappi-Stadion - seit 14. März 2010 ist die Austria dort ungeschlagen, nach vier Siegen in Folge gab es im Herbst ein 0:0 - hoffte Bjelica auf eine Fortsetzung. Ein Erfolg am Sonntag wäre auch sein erster Dreier gegen Rapid als Austria-Coach. Wie dieser zustande kommt, wird dem ehemaligen WAC-Trainer egal sein: "Derbys sind meistens knappe Spiele und nicht immer schön anzusehen. Es werden Kleinigkeiten entscheiden."

Von den im Winter verpflichteten Akteuren wird Mittelfeldmann David de Paula zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz im violetten Trikot kommen. Der Spanier könnte auch zentral agieren, sollte Marko Stankovic (Adduktorenprobleme) ausfallen. Stürmer Ola Kamara wird hingegen ebenso auf der Bank Platz nehmen wie Flügelspieler Thomas Salamon. Nicht dabei sind die im Aufbautraining stehenden Alexander Grünwald und Alexander Gorgon. Beiden bescheinigte Bjelica, "große Fortschritte" zu machen. (APA, 7.2.2014)

SK Rapid Wien - FK Austria Wien
Hanappi-Stadion, Sonntag, 16.30 Uhr/live ORF eins, SR Drachta
Bisherige Saisonergebnisse: 0:0 (h), 1:0 (a)

Rapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Behrendt, Schrammel - Pavelic, Petsos - Hofmann, Schaub, Burgstaller - Sabitzer

Ersatz: Maric - Palla, Schimpelsberger, Wydra, Boskovic, Starkl, Alar

Es fehlen: Boyd, Dibon (beide gesperrt), Radlinger, Grozurek (beide verletzt)

Austria: Lindner - Koch, Rogulj, Ortlechner, Suttner - Holland - Royer, Stankovic/Jun, Mader, De Paula - Hosiner

Ersatz: Kardum - Dilaver, Rotpuller, Ramsebner, Salamon, Murg, Kamara, Kienast

Es fehlen: A. Grünwald, Gorgon (beide im Aufbautraining)

Fraglich: Stankovic (Adduktoren)

Bilanzen vor dem 308. Wiener Derby:

125 Rapid-Siege, 70 Unentschieden, 112 Austria-Siege (Torverhältnis 572:494)

Meisterschaft: 114 Rapid-Siege, 67 Unentschieden, 94 Austria-Siege (Torverhältnis 506:418)

Bundesliga (seit 1974): 45 Rapid-Siege, 51 Unentschieden, 56 Austria-Siege (Torverhältnis 189:203)

  • Barisic: "Es treffen zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinander"
    foto: apa/fohringer

    Barisic: "Es treffen zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinander"

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