Unterstützung durch Zeit und Geld

9. Februar 2014, 17:40
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Seit Juli letzten Jahres gibt es neue Fördermöglichkeiten. Das Arbeitsmarktservice (AMS) zeigt sich mit Bildungsteilzeit und Fachkräftestipendium zufrieden

Trotz steigender Arbeitslosenzahlen ist Bildung nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Beim derStandard.at-Chat zur aktuellen Arbeitsmarktstatistik unterstrich AMS-Vorstand Johannes Kopf einmal mehr die Bedeutung einer guten Ausbildung. Denn schon jetzt sei erkennbar, dass Menschen mit sehr geringer Bildung große Schwierigkeiten hätten, noch Jobs zu finden. Diese Situation werde sich weiter verschärfen.

Aber Weiterqualifizierung kostet Zeit und Geld. Mit dem Fachkräftestipendium und der Bildungsteilzeit gibt es neben der Bildungskarenz seit Juli letzten Jahres zwei weitere Bildungsförderungen für Arbeitnehmer. Wie bei der Bildungskarenz werden auch das Fachkräftestipendium und die Bildungsteilzeit vom AMS abgewickelt.

Das Interesse an Bildungskarenz ist trotz strengerer Anforderungskriterien nach wie vor ungebrochen. Im September 2013 waren mehr als 8500 Arbeitnehmer in Bildungskarenz. Und auch die neuen Fördermöglichkeiten werden gut angenommen, heißt es vom AMS. Im September, drei Monate nach Einführung, waren bereits über 700 Personen in Bildungsteilzeit. 65 Personen nahmen diese Möglichkeit gleich im Juli in Anspruch. Einen Rechtsanspruch gibt es dafür aber nicht, Voraussetzung ist die Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme im Ausmaß von mindestens zehn Wochenstunden.

Dienstleistungsbereich vorne

Bildungskarenz wird am intensivsten von der Altersgruppe zwischen 30 und 34 Jahren genutzt, die größte Gruppe der Bildungsteilzeitler ist zwischen 25 und 29 Jahre alt. Frauen und Männer halten sich in der Bildungsteilzeit die Waage, rund zwei Drittel Bildungskarenzbezieher sind Frauen. Die meisten Bildungsteilzeitbezieher kommen aus dem Dienstleistungsbereich. Allen voran Beschäftigte in sogenannten Büro- und Verwaltungshilfsberufen sowie allgemeinen Hilfsberufen.

Auch das Fachkräftestipendium werde gut genutzt, zeigt sich das AMS mit den aktuellen Zahlen zufrieden. Rund 1500 Personen beziehen derzeit ein Fachkräftestipendium, mit dem Höherqualifizierung in Bereichen gefördert wird, in denen ein Fachkräftemangel herrscht. Das Stipendium wird für die maximale Dauer von drei Jahren in der Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes ausbezahlt.

Als Voraussetzung müssen Bewerber in den letzten 15 Jahren mindestens vier Jahre beschäftigt gewesen sein, und die höchste abgeschlossene Ausbildung muss unter Fachhochschulniveau liegen. Der überwiegende Anteil (knapp 1000 Personen) der Fachkräftestipendiaten sind Frauen. Wenig überraschend daher auch die gewählten Ausbildungsbereiche. Hier haben Gesundheit/ Pflege sowie der Fachbereich Soziales die Nase vorn. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, 8./9.2.2014)

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