Hoteliers klagen über Umsatzeinbußen in erster Ferienwoche

7. Februar 2014, 09:16
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Hoffen auf Urlauber-Schichtwechsel - Meiste Straßen wieder befahrbar

Wien - Schichtwechsel bei den Semesterferien: In Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten und Burgenland bekommen heute, Freitag, rund 350.000 Schüler ihre Semesterzeugnisse und starten in die einwöchigen Semesterferien. Umgekehrt endet die Urlaubswoche für die rund 430.000 Schüler in Wien und Niederösterreich.

Wegen des Schneechaos der vergangenen Tage klagen viele Hoteliers und Gastronomen in Kärnten und Tirol aber über Umsatz- und Buchungsrückgänge in der ersten Ferienwoche. Mittlerweile sind viele Straßensperren wieder aufgehoben und auch die Skigebiete in Kärnten und Osttirol sind wieder erreichbar. Jetzt hofft man auf die zweite Ferienwoche.

Kurt Genser vom Kärnten Skigebiet Nassfeld beziffert das Gästeminus im Ö1-Morgenjournal mit 20 Prozent. Nicht ganz so schlimm hat es das Osttiroler Defreggental erwischt. Tourismusobfrau Barbara Nussbaumer berichtet von Stornierungen vor allem bei jenen Häusern, deren Zufahrt gesperrt war. Viele hätten aber wo anders untergebracht werden können, oder sie hätten den Urlaub um ein paar Tage verschoben.

"Passiert ja nicht jedes Jahr"

Länger von der Außenwelt abgeschnitten war dagegen das Kärntner Lesachtal. Die seit einer Woche unpassierbare Straße ins Tal wurde laut ÖAMTC  am Freitagnachmittag wieder für den Verkehr geöffnet. Die Pässe in Richtung Süden bleiben über das Wochenende allerdings geschlossen. Mit der Aufhebung der Sperre ist das Lesachtal wieder von Kärnten und von Osttirol aus problemlos erreichbar, gerade rechtzeitig zum Urlauberschichtwechsel. Loibl- und Wurzenpass in Richtung Slowenien und der Plöckenpass in Richtung Italien sind weiterhin gesperrt, hier will man abwarten, wie viel Neuschnee am Wochenende wieder dazukommt.

Die meisten öffentlichen Gebäude im Lesachtal sind vom Schnee befreit, meldete das Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor. Auch die öffentlichen Plätze und Straßen wurden gesichert, abgelegene Bauernhöfe mit Notstromaggregaten versorgt, die Feuerwehrleute unterstützten auch die Monteure des Energieversorgers Kelag, die vor allem in den Ortschaften Birnbaum und Liesing noch immer mit dem Reparieren von Stromleitungen beschäftigt waren.

Urlauberschichtwechsel

Auch die nun milden Temperaturen bergen Gefahr. Durch das schmelzende Eis auf den Dächern ist es allein in Graz bis Freitagnachmittag zu sieben Polizeieinsätzen nach Dachlawinen gekommen, weitere dürften folgen. Ein Passant erlitt durch herabstürzendes Eis Verletzungen an der Schulter. Dem Hauseigentümer erwartet nun eine Anzeige.

Der mit dem Ferienbeginn und -ende verbundene Urlauberschichtwechsel wird vor allem in Westösterreich und auf den Zufahrten in die Skigebiete zu lebhaftem Verkehr auf den Straßen führen. Erwartete Hauptstaupunkte sind die Rheintalautobahn (A14) im Bereich Bludenz, die Inntalautobahn (A12) im Raum Kufstein sowie die Tauernautobahn (A10) bei Bischofshofen.

Hilfe nach Slowenien

Der exterme Wintereinbruch hat Slowenien noch schlimmer als Österreich erwischt. Nach dem verheerenden Schäden durch Schnee und Eis in den Wäldern hat Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) Slowenien Hilfe zugesichert. "Österreich unterstützt mit Knowhow aus dem forstwirtschaftlichen Bereich", hieß es am Freitag in einer Aussendung des Ministeriums.

In Slowenien sind rund 40 Prozent der gesamten Waldfläche in Mitleidenschaft gezogen. Die zwei- bis dreifache Menge der gesamten jährlichen Holzernte ist zerstört. Die meisten Bäume seien gebrochen und nicht vollständig entwurzelt, weshalb der wirtschaftliche Schaden besonders hoch sei, nur geringe Mengen könnten als Industrieholz verwertet werden, hieß es in der Aussendung. Neben Knowhow biete Österreich direkte Hilfe für den Straßenbau, die Holzernte, die Holzabfuhr und die Lagerung an. "In den nächsten Tagen wird das Lebensministerium ein detailliertes Unterstützungskonzept mit den österreichischen Partnern und Organisationen ausarbeiten. Wir werden so bald wie möglich mit den Aktivitäten beginnen", erklärte Rupprechter.

Weitere Schneefälle

Das Winterwetter wird insbesondere den Süden Österreichs weiter im Griff halten, für das Wochenende sind weitere Schneefälle prognostiziert. Insgesamt bleibt es unbeständig mit Sonne, Wolken und Niederschlag, aber deutlich milder, so die Vorschau der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die Zugverbindungen in Kärnten laufen mit Ausnahme der Strecke zwischen Villach und Rosenbach allesamt wieder planmäßig, die erwarteten neuerlichen Niederschläge dürften darauf keine negativen Auswirkungen haben. Für die Nacht auf Samstag sind zehn bis 20 Zentimeter Neuschnee angesagt, die nächsten stärkeren Niederschläge dürfte es laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik am Sonntag geben. (APA/red, derStandard.at, 7.2.2014)

  • Die Zeugnisse werden vergeben.
    foto: apa

    Die Zeugnisse werden vergeben.

  • Die Hoteliers hoffen auf eine umsatzstarke Urlaubswoche.
    foto: apa/asfinag

    Die Hoteliers hoffen auf eine umsatzstarke Urlaubswoche.

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