EU-Wahl: Mit Kakofonie zur Urne

Kommentar6. Februar 2014, 19:29
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Prinzipiell ist jede Initiative, die zu mehr Interesse und mehr Engagement beiträgt, begrüßenswert

Alleine hätte die KPÖ keine Chance, alleine hätten die Piraten keine Chance, und Der Wandel hätte sowieso schon gar keine Chance. Auch gemeinsam sieht es nicht besonders erfolgversprechend aus: Die drei Kleinparteien brachten es bei der vergangenen Nationalratswahl zusammengerechnet auf 90.000 Stimmen, das waren 1,9 Prozent. Neuer Anlauf, gemeinsames Engagement, vielleicht klappt es ja diesmal im linken Gleichschritt zur Europawahl besser. Der Name der Wahlplattform, "Anders", könnte vielleicht auch die Politikverdrossenen und die EU-Skeptiker ansprechen.

Prinzipiell ist jede Initiative, die zu mehr Interesse und mehr Engagement beiträgt, begrüßenswert, so muss man wohl auch den dezidierten EU-Gegnern, die sich ebenfalls um eine Kandidatur bemühen, und den EU-Kritikern der FPÖ begegnen. Wenn aus diesem Wahlkampf, so er noch einmal in Schwung kommt, eine echte Diskussion über das Für und Wider, auch über die Vorteile und die Schwachstellen der EU, wird, dann ist das eine Verbesserung zum dumpfen Schimpfen und zum Ignorieren einer politischen Entscheidungsebene, die längst die Handlungshoheit auch über nationale Interessen hat.

Wenn alle, die sich jetzt darum bemühen, es auch auf den Wahlzettel schaffen, werden neun Listen zur Auswahl stehen. Im Wahlkampf ist eine Kakofonie zu erwarten, aber in diesem Fall macht die Vielstimmigkeit die Musik. (Michael Völker, DER STANDARD, 7.2.2014)

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