Steinschläge und Muren in Südtirol

6. Februar 2014, 15:45
posten

Auch Brennerautobahn von Hangrutsch bedroht

Bozen - Nach dem Neuschnee und der damit verbundenen Lawinengefahr kämpft Südtirol in den niedriger gelegenen Regionen zunehmend mit Steinschlägen und Vermurungen. Auch die Brennerautobahn (A22) war betroffen. In Blumau im Eisacktal östlich von Bozen waren Arbeiter am Donnerstag damit beschäftigt, einen Hang zu stabilisieren, von dem Geröllmassen bis auf die Südspur abgegangen waren.

Bei Blumau war die A22 nur auf der Nordspur der Autobahn zu befahren. Der Verkehr in Richtung Süden wurde umgeleitet. Es kam zu Verkehrsbehinderungen.

Territorium unter Beobachtung

Informationen über Steinschläge, Rutschungen und Lawinen liefen am Donnerstag beim Landeszivilschutz zusammen. Hanspeter Staffler, Direktor der Landesabteilung Brand- und Zivilschutz, berichtete von "angespannten Situationen in höher gelegenen Tälern". Das gesamte Territorium sei unter Beobachtung, hieß es.

Am Donnerstag wurden Erkundungsflüge durchgeführt, um einen Überblick über die Lage in den Gemeinden Schnals, Naturns, Kaltern, Sexten, Ulten sowie in Pfelders, in Rabenstein/Passeier und in den Dolomiten zu erhalten.

Lawinen abgesprengt

In Sulden in der Gemeinde Stilfs wurden Lawinen abgesprengt. In hohen Lagen Südtirols fielen in den vergangenen Tagen bis zu zwei Meter Neuschnee. In Ulten bereiteten Hangwiesen Sorgen, weil laut Zivilschützern von dort Gleitschnee zu Tal rutschen könne. Ausnehmend große Schneemengen verzeichneten Ulten und Sexten. In allen Gebieten Südtirols, die außergewöhnliche Schneemengen verzeichnen, wurde empfohlen, "nicht so stabile Dächer" von Häusern und Scheunen vom Schnee zu befreien.

In Naturns blieb ein Bauernhof evakuiert. Südtirolweit gingen mehrere Lawinen ab, die allerdings keine größeren Schäden verursachten.

Die Meteorologen prognostizierten bis Freitagmittag eine trockene Periode, ab dem Nachmittag sollen erneut Regen und Schnee einsetzen. Die Schneefallgrenze soll zwischen 700 und 1.000 Meter liegen, darüber wurden zwischen zehn und 20 Zentimeter Neuschnee erwartet. (APA, 6.2.2014)

Share if you care.