Online auf Spurensuche

6. Februar 2014, 15:22
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Rund die Hälfte der Personalverantwortlichen rechecheriert im Internet zu Bewerbern. Und nicht alles was im Netz gefunden wird, ist für die Karriere förderlich

Die heutigen Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sind mit dem Internet aufgewachsen und in sozialen Medien umtriebig. Wie sich die Netz-Präsenz auf die berufliche Zukunft auswirkt hat das Meinungsforschungsinstitut Marketagent im Auftrag von Saferinternet.at bei einer Online-Befragung unter rund 300 Personalverantwortlichen österreichischer Unternehmen erhoben.

Bereits bei 47 Prozent der Bewerbungen würden, so die Erhebung, Internet-Recherchen gezielt als Unterstützung für die Personalauswahl genutzt. Dies passiere zumeist (72 Prozent) vor den ersten Bewerbungsgesprächen, gesucht werde hauptsächlich mit allgemeinen Suchmaschinen wie Google oder Bing (76 Prozent), in sozialen Netzwerken (61 Prozent) sowie in Business Netzwerken wie Xing oder LinkedIn (44 Prozent).

Um einen allgemeinen Eindruck über die Persönlichkeit zu gewinnen, war mit 61 Prozent das häufigste Motiv der Personalverantwortlichen. Gefolgt von Informationen über das Verhalten der Bewerber im Internet (38 Prozent) und weiteren Informationen zum bisherigen Berufsleben (36 Prozent). 48 Prozent der Befragten gaben an, "nach nichts Bestimmtem" zu suchen.

Erster Eindruck

Einen Eindruck zur Persönlichkeit der Bewerber, machen sich Personalverantwortlichen in dem sie vor allem auf Kommentare und Postings der Bewerber selbst (51 Prozent), deren Hobbies bzw. Interessen (40 Prozent) sowie besondere private Leistungen und ehrenamtliches Engagement. Auch Kommentare von Dritten über die Bewerber sowie Fotos und Videos interessieren die HR-Verantwortlichen.

Ein Drittel der Befragten gab an, dass sich die Internet-Rechechere auf den Bewerbungsprozess ausgewirkt habeAuch wenn sich bei dieser Befragung"Mittlerweile ist es wichtig, das Internet als persönlichen Jobmotor zu nutzen. Achtet man allerdings nicht auf die eigene Online-Präsenz, kann das Internet auch ganz schnell zum Jobkiller mutieren", sagt Bernhard Jungwirth, Projektleiter von Saferinternet.at.

Bei rund 30 Prozent hatten die Recherchen der Personalverantwortlichen auch tatsächlich Auswirkungen auf den Bewerbungsprozess, wenn auch im überwiegenden Fall positive. Den stärksten negativen Eindruck hinterlassen falsche Angaben des Bewerbers, diskriminierende Kommentare, Darstellung von Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Angaben zu radikalen politischen Ansichten.

Wenn nichts über einen Bewerber im Internet zu finden ist, werde das von den meisten Befragten eher positiv bewertet, da der Schutz der Privatsphäre als Grund dahinter vermutet werde. Nur 17 Prozent der befragten Personalverantwortlichen gab an, dass es einen schlechteren Eindruck macht, wenn Bewerber überhaupt nicht im Internet zu finden sei. (red)

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