Stöger: "Mehr als Druck gibt es nicht"

6. Februar 2014, 14:07
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1. FC Köln hat acht Punkte Vorsprung auf Nichtaufstiegsplatz - In Köln erwarten die Fans geschlossen den Aufstieg

Nach der starken Herbstsaison ist der Aufstieg in die deutsche Fußball-Bundesliga für den 1. FC Köln zum Greifen nahe. Die Truppe von Coach Peter Stöger hat nach 19 von 34 Spielen vier Zähler Vorsprung auf Greuther Fürth und schon acht auf Kaiserslautern, Karlsruhe, Union Berlin und St. Pauli. "Wir haben einen Vorsprung, auf dem wir uns aber nicht ausruhen können", betonte Stöger im APA-Gespräch.

Aufgrund der guten Ausgangsposition wird der Aufstieg aber von vielen Seiten erwartet. So waren sich elf von 18 Trainern der Konkurrenz sicher, dass dem Tabellenführer die Rückkehr ins Oberhaus gelingen wird. Stöger hat damit kein Problem, für ihn hat sich seit seinem Amtsantritt im Sommer nichts geändert. "In Köln ist es so, dass jeder erwartet, egal welcher Trainer oder welche Mannschaft da ist, dass der Aufstieg geschafft wird. Druck haben wir also schon seit Sommer und mehr als Druck gibt es nicht", sagte der Wiener.

Paderborn "ein unangenehmer Gegner"

Entscheidend wird vor allem ein guter Start sein. Die Kölner empfangen am Sonntag den Siebenten Paderborn. "Das ist ein unangenehmer Gegner, der jeder Mannschaft Probleme bereiten kann", rechnete Stöger mit harter Gegenwehr. Kevin Wimmer ist als Innenverteidiger gesetzt. "Das ist ein Schlüsselspiel, mit einem Sieg können wir gleich ein starkes Signal an die Konkurrenz geben", sagte der ÖFB-Teamverteidiger. Die Performance im Herbst hat viel Selbstvertrauen gegeben. "Wenn wir ruhig und konzentriert bleiben und uns nicht verrückt machen lassen, dann werden wir auch aufsteigen", ist sich Wimmer sicher.

Die Köln-Verfolger Kaiserslautern und Fürth treffen gleich zum Auftakt im direkten Duell aufeinander und könnten sich gegenseitig Punkte wegnehmen. Platz zwei reicht genauso wie der Titelgewinn zum Fix-Aufstieg, der Drittplatzierte muss in die Relegation. "Unser primäres Ziel ist der Aufstieg, aber wenn wir die Chance haben, ganz vorne zu stehen, wollen wir die auch nützen", sagte Stöger, der "mehr als eine Handvoll Mannschaften" im Titelkampf sieht.

Der Meistertrainer der Wiener Austria hat sich in Köln gut eingelebt und innerhalb eines halben Jahres ein gutes Standing erarbeitet. "Von der Art, wie man Fußball spielen will, gibt es vielleicht von Wiener Neustadt zur Austria einen Unterschied. Aber mit der Austria um die Meisterschaft zu spielen und dominant zu sein ist nicht viel Unterschied zu Köln. Man muss daher nicht alles neu erfinden", analysierte Stöger.

Der Wiener Weg

Es sei erfreulich zu sehen, dass seine Art zu arbeiten auch in Deutschland erfolgreich sei. "Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es nicht so falsch ist, wie wir arbeiten. Wir haben einfach versucht, unseren Wiener Weg so zu gehen, wie wir glauben, dass es richtig ist, mit Fußballern umzugehen. Und es ist schön, dass das funktioniert", sagte Stöger, der auch in Köln Manfred Schmid an seiner Seite hat.

Wimmer kennt eines der Erfolgsrezepte seines Coaches. "Alle Spieler werden von ihm gleich behandelt und haben das Gefühl, dass wir eine Mannschaft sind und jeder Spieler wichtig ist. Er schafft es irgendwie, das Gleichgewicht so zu halten, dass er auch die Spieler, die weniger zum Einsatz kommen, bei Laune hält", analysierte der 21-jährige Oberösterreicher, der seinen Vertrag in Köln am Mittwoch vorzeitig bis 2019 verlängert hat.

Der Saisonstart der Kölner war holprig, in den ersten drei Spielen gab es nur drei Remis. "Es war schwer, aber das Umfeld ist überraschend ruhig geblieben", erinnerte sich Stöger. In den letzten vier Runden vor der Winterpause zogen seine Schützlinge schließlich der Konkurrenz mit vier Siegen davon. Einen großen Anteil am Erfolg haben auch die Anhänger, das 50.000 Zuschauer fassende RheinEnergieStadion ist oft ausverkauft. "Es ist etwas Außergewöhnliches, deshalb habe ich den Schritt auch gemacht", sagte Stöger. (APA, 6.2.2014)

  • "Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es nicht so falsch ist, wie wir arbeiten".
    foto: apa/dpa/vennenbernd

    "Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es nicht so falsch ist, wie wir arbeiten".

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