Ban in Sotschi: UN-Generalsekretär fordert Solidarität

6. Februar 2014, 11:48
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In einem offenen Brief verurteilen 200 AutorInnen die homophobe Gesetzgebung in Russland

Sotschi - Einen Tag vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Unterstützung von Homosexuellen aufgerufen. "Wir alle müssen unsere Stimme gegen Angriffe auf Lesben, Schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen erheben", sagte Ban am Donnerstag bei einer Rede vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Sotschi.

"Wir müssen gegen Festnahmen, Inhaftierungen und diskriminierende Restriktionen, denen sie ausgesetzt sind, aufbegehren", so Ban. Die Olympischen Winterspiele in der Schwarzmeerstadt Sotschi beginnen am Freitag und enden am 23. Februar. Wegen eines Gesetzes gegen sogenannte "homosexuelle Propaganda" vor Minderjährigen riefen einzelne SportlerInnen, KünstlerInnen und PolitikerInnen zum Boykott des Sportgroßereignisses auf. Gewaltsame Übergriffe auf Homosexuelle in Russland hatten zuletzt zugenommen.

Offener Brief von SchriftstellerInnen im "Guardian"

Mehr als 200 AutorInnen verurteilten in einem am Donnerstag in der britischen Zeitung "Guardian" veröffentlichten offenen Brief die russischen Homosexuellen- und Blasphemiegesetze, die als "Würgegriff" angeprangert werden. "Eine gesunde Demokratie muss die unabhängigen Stimmen aller ihrer Bürger hören", heißt es darin. Die Weltgemeinschaft müsse die Vielfalt der russischen Meinung hören "und von ihr bereichert werden". Daher fordern die UnterzeichnerInnen die russische Regierung auf, die Gesetze, die eine "freie Meinungsäußerung außer Kraft setzen", wieder aufzuheben.

Prominente UnterzeichnerInnen

Unterzeichnet wurde der Appell unter anderem von den NobelpreisträgerInnen Günter Grass, Wole Soyinka, Elfriede Jelinek und Orhan Pamuk. Weitere Unterstützer sind Salman Rushdie, Margaret Atwood und Jonathan Franzen. (APA, 6.2.2014)

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