Gasser mit Bestwertung im Slopestyle-Finale

6. Februar 2014, 15:36
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Kärntner Snowboard-Freestylerin hüpft ihren männlichen Kollegen etwas vor - Für Schattschneider, Weißenbacher gibt es noch eine zweite Chance - Krainer out

Rosa Chutor - Anna Gasser kann am Sonntag als erste Österreicherin eine Medaille bei den Spielen in Sotschi holen. Und es wäre keine Überraschung, wenn diese aus Gold wäre. Die 22-jährige Kärntnerin erreichte in der Slopestyle-Qualifikation der Snowboard-Freestylerinnen mit 95,50 Punkten die höchste Wertung. Die US-Amerikanerin Jamie Anderson (93,50) kam ebenfalls noch über 90 Zähler. Am Sonntag rittern zwölf Damen in jeweils zwei Läufen um die Medaillen.

Schon mit ihrem ersten Lauf (89,50) hätte es für Gasser zum Finaleinzug gereicht, jeweils die besten Vier der zwei Gruppen kamen weiter. Im Halbfinale, ebenfalls am Sonntag, folgen weitere vier Athletinnen.

"Zittrige Knie"

"Nun ist der ganze Druck weg, ich war wirklich nervös. Ich habe selten so zittrige Knie am Start gehabt. Dass es dann gleich so gut geklappt hat, da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen", sagte Gasser, die erst in der zweiten Gruppe zum Einsatz gekommen war. Die Millstätterin hatte sich demnach viele Konkurrentinnen genau ansehen können. "Da war mir klar, dass ich gar nicht meinen schwersten, riskanten Run machen muss. Ich bin dann ein bisschen mit Kopf gefahren, mein erster Score hätte auch für das Finale gereicht."

"Cab Double Cork 900"

Die Weltcupdritte von Stoneham gab sich für Sonntag sehr zuversichtlich. "Ich kann richtig Gas geben. Ein bisschen bin ich jetzt schon in der Stimmung, den einen Sprung zu machen." Gasser hat im vergangenen November als erste Frau einen "Cab Double Cork 900" gezeigt, einen doppelten Rückwärtssalto mit halber Drehung. Damit rutschte sie in die Mitfavoritenrolle für Olympia, die sie am Donnerstag eindrucksvoll bestätigen konnte.

"Sie hat im zweiten Lauf noch einmal draufgelegt, ich bin begeistert. Man sieht ja, wie viele da außen rumfahren", sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum. Auch von Cheftrainer Stefan Cerwenka gab es viel Lob. "Es schaut ziemlich gut aus. Bei Anna sind noch so viele Reserven da, bei manchen anderen nicht mehr", sagte Cerwenka, den Gassers Leistung über das Scheitern der Herren hinwegtröstete.

Letzte Chance für Herren

Für Snowboard-Slopestyler Adrian Krainer sind die Spiele vorbei. Der Kärntner erlitt bei dem Trainingssturz laut Angaben des Teamarztes neben der tiefen Rissquetschwunde am Kinn auch schmerzhafte Prellungen an beiden Fersenbeinen.

Mathias Weißenbacher und Clemens Schattschneider verpassten die direkte Qualifikation für das Finale, müssen am Samstag unter die besten vier des Halbfinales. Am ehesten ist das Schattschneider zuzutrauen, dem nur 1,25 Punkte zum Glück fehlten. (APA, red, DER STANDARD, 7.2.2014)

Ergebnisse der Snowboard-Qualifikation im Slopestyle-Bewerb bei den Olympischen Winterspielen in Rosa Chutor am Donnerstag:

Herren (jeweils Top 4 der 2 Gruppen im Finale, restliche Teilnehmer am Samstag im Semifinale um vier weitere Finalplätze): 1. Maxence Parrot (CAN) 97,50 Punkte - 2. Roope Tonteri (FIN) 95,75 - 3. Staale Sandbech (NOR) 94,50 - 4. Sven Thorgren (SWE) 94,25 - 5. Gjermund Braaten (NOR) 91,25 - 6. Peetu Piiroinen (FIN) 90,75 - 7. Sebastien Toutant (CAN) 87,25 - 8. Jamie Nicholls (GBR) 86,75 - 9. Seppe Smits (BEL) 91,00 - 10. Clemens Schattschneider (AUT) 90,00. Weiter: 27. Mathias Weißenbacher (AUT) 28,75 - 29. Adrian Krainer (AUT) 24,25. 29 Teilnehmer.

Damen (jeweils Top 4 der 2 Gruppen im Finale, restliche Teilnehmer am Sonntag im Semifinale um vier weitere Finalplätze): 1. Anna Gasser (AUT) 95,50 Punkte - 2. Jamie Anderson (USA) 93,50 - 3. Isabel Derungs (SUI) 87,50 - 4. Elena Könz (SUI) 86,25 - 5. Torah Bright (AUS) 85,25 - 6. Karly Shorr (USA) 84,75 - 7. Spencer O'Brien (CAN) 82,75 - 8. Enni Rukajarvi (FIN) 79,00 - 9. Sarka Pancochova (CZE) 77,75 - 10. Jenny Jones (GBR) 74,25. 23 Teilnehmerinnen

  • Anna Gasser überflügelt vorerst die Konkurrenz.
    foto: apa

    Anna Gasser überflügelt vorerst die Konkurrenz.

  • Clemens Schattschneider darf noch hoffen.
    foto: apa/epa/buettner

    Clemens Schattschneider darf noch hoffen.

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