Swisscom 2013 trotz etwas mehr Umsatz mit Gewinnrückgang

6. Februar 2014, 10:46
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6,6 Prozent weniger Gewinn

Die Swisscom hat im vergangenen Jahr trotz etwas mehr Umsatz einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdiente der größte Telekomkonzern der Schweiz 1,695 Mrd. Franken (1,4 Mrd. Euro). Das sind 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank um 3,9 Prozent auf 4,3 Mrd. Franken, wie die Swisscom am Donnerstag bekannt gab. Der Umsatz legte indes um 0,4 Prozent auf 11,434 Mrd. Franken zu.

"Solides Ergebnis"

"Wir haben ein solides Ergebnis erzielt, das über unseren Erwartungen liegt", sagte Swisscom-Chef Urs Schaeppi in einem Firmenvideo. "Wie in den letzten Jahren haben wir viel investiert in unsere Netze und neue Produkte."

Am Ergebnis nagte erneut die Preiserosion im Inland und die Tarifsenkungen für Handygespräche im Ausland (Roaming), die sich auf insgesamt 560 Mio. Franken beliefen. "Für die Kunden ist das eine sehr gute Nachricht, für uns eine Herausforderung", sagte Schaeppi. Diese Reduktion konnte die Swisscom durch mehr Kunden und Mengenwachstum in Höhe von 480 Mio. Franken beinahe wettmachen.

Zehntausende Neukunden

Erneut hat die Swisscom zehntausende neue Kunden für ihre Handyabos und für das TV-Angebot gewonnen. "Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung von Swisscom TV. Ein Drittel der Haushalte schaut mit uns fern. Wir haben 1 Million TV-Kunden", sagte Schaeppi. Das Plus von über einem Viertel liege über den eigenen Erwartungen.

Beliebt bei den Kunden sind die Bündelverträge, deren Umsatz um ein Drittel kletterte. Wichtigste Treiber dieses Geschäfts seien Fernsehen und Mobilfunk, hieß es. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent auf 6,4 Millionen. Mittlerweile nutzten die Hälfte aller privaten Handykunden die Pauschalabos.

Zwei Drittel aller verkauften Handys waren im vergangenen Jahr Smartphones. Diese Alleskönnergeräte und die Tabletcomputer trieben das Datenvolumen um 116 Prozent in die Höhe. Und Swisscom IT Services hat mit 786 Mio. Franken so hohe Aufträge eingesammelt wie noch nie.

Fastweb lockt Kunden an

Auch die italienische Breitbandtochter Fastweb habe zahlreiche neue Kunden angelockt (+9,9 Prozent), hieß es. Das Geschäft sei trotz hohen Konkurrenz- und Preisdrucks auf Kurs, hieß es. Der Umsatz schrumpfte von 1,7 Mrd. auf 1,642 Mrd. Euro. Dagegen stieg das Betriebsergebnis vor Abschreibungen leicht um 1 Prozent auf 505 Mio. Euro.

Auf der anderen Seite schlugen höhere Abschreibungen zu Buche, weil die Swisscom mehr in die Infrastruktur investierte. Die Investitionen stiegen um 10,5 Prozent auf 2,4 Mrd. Franken, wenn man die im Vorjahr angefallenen Kosten für die Mobilfunklizenzen in Höhe von 360 Mio. Franken ausklammert.

Dies trieb die Abschreibungen um 94 Mio. Franken in die Höhe, was den Reingewinn belastete. "Mich besorgt die Entwicklung des Reingewinns allerdings nicht", sagte Schaeppi.

Breitbandausbau

Die Investitionen wurden vor allem in den Ausbau des Breitbands gesteckt. So decke die neue Mobilfunkgeneration LTE unterdessen 85 Prozent der Bevölkerung ab, was die ursprünglichen Erwartungen deutlich übertroffen habe. "Und wir bauen kontinuierlich weiter aus", sagte Schaeppi.

Beim Festnetz ging die Expansion der Glasfaseranschlüsse weiter. Ende waren 750.000 Wohnungen und Geschäfte an die Datenautobahn der Zukunft angeschlossen.

Moderates Wachstum erwartet

Mit den Gewinnzahlen hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt laut der Nachrichtenagentur AWP mit einem EBITDA von 4,296 Mrd. Franken und einem Reingewinn von 1,636 Mrd. Franken gerechnet.

Für das laufende Jahr erwartet die Swisscom ein moderates Wachstum bei Umsatz und Betriebsergebnis (EBITDA). Der "Blaue Riese" peilt einen Umsatz von 11,5 Mrd. Franken und ein EBITDA von 4,35 Mrd. Franken an. Die Aktionäre sollen erneut eine Dividende von 22 Franken pro Titel erhalten, wenn die Ziele erreicht werden. (APA, 06.02.2014)

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