Europas Leitbörsen schließen im Plus

6. Februar 2014, 18:08
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Frankfurt am Main - Beflügelt von Kursgewinnen an der Wall Street und guten US-Arbeitsmarktdaten gingen die europäischen Leitbörsen am Donnerstag einheitlich mit klaren Zugewinnen aus dem Handel. Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) brachte hingegen kaum Auftrieb. Der Euro-Stoxx-50 ging um 48,28 Einheiten oder 1,63 Prozent höher bei 3.010,79 Punkten aus dem Handel.

Wie von den meisten Beobachtern erwartet, beließ die EZB ihren Leitzins bei 0,25 Prozent. Angesichts der verhaltenen Preisentwicklung im Euroraum hatte es zuletzt immer wieder Spekulationen über eine weitere Zinssenkung gegeben. In seiner Rede hat EZB-Präsident Mario Draghi versucht, Deflationsängste zu dämpfen. Die niedrige Inflationsrate sei auch mit den Preisanpassungen in den Krisenländern verbunden - und diese seien "willkommen", sagte Draghi.

Unmittelbar nach der Zinsentscheidung rutschten einige europäische Börsen kurzzeitig ab, orientierten sich aber innerhalb weniger Minuten wieder nach oben. Nach freundlichem Handelsbeginn an der Wall Street gewannen die europäischen Börsen endgültig noch einmal an Schwung. Daten vom US-Arbeitsmarkt hatten die Börsen in New York beflügelt. In der vergangenen Woche sind die Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA deutlicher zurückgegangen als Analysten erwartet hatten.

An der Spitze des Euro-Stoxx-50 gingen Vinci aus dem Handel. Der französische Baukonzern hat trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfeldes im vergangenen Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Papiere schlossen mit einem Plus von 5,48 Prozent bei 50,60 Euro. Auch die Titel des Mitbewerbers Saint Gobain gingen 2,98 Prozent fester bei 39,52 Euro aus dem Handel.

Jahreszahlen von Daimler beflügelten die Titel des Stuttgarter Autobauers, die mit einem Plus von 2,63 Prozent bei 62,48 Euro schlossen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr übertraf der Stuttgarter Autohersteller seine selbstgesteckten Ziele. Bei Umsatz und Betriebsergebnis lagen die Zahlen über den Analystenschätzungen.

Gestützt von den guten Daimler-Zahlen notierte der gesamte europäische Automobil-Sektor höher. BMW stiegen um 1,95 Prozent, Volkswagen verteuerten sich um 1,08 Prozent. In Frankreich legten Peugeot um 2,89 Prozent und Renault um 2,77 Prozent zu - und in Italien ging es für Fiat um 1,75 Prozent aufwärts.

Für Aufsehen sorgte am Donnerstag zudem Volvo. Der schwedische Lastwagenbauer wird mit 4.400 Jobs mehr als doppelt so viele Stellen streichen als bisher bekannt war. Der Grund dafür: Im vierten Quartal ist der Gewinn weiter eingebrochen, im Gesamtjahr hat Volvo um zwei Drittel weniger verdient als im Vorjahr. Die Anleger reagierten auf den Plan allerdings positiv, die Papiere zogen um 4,56 Prozent auf 89,40 schwedische Kronen an.

Als einziger Wert im Euro-Stoxx-50 schlossen Sanofi in der Verlustzone. Nach einem Gewinnrückgang von 24 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr ging es für die Papiere des französischen Pharmakonzerns um 2,66 Prozent auf 69,40 Euro hinab. Im Zuge dessen zeigten sich andere Pharma-Werte wie Bayer (plus 0,44 Prozent) und Essilor (plus 0,23 Prozent) ebenfalls vergleichsweise schwach. (APA, 6.2.2014)

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