Mit Stecher bleibt die Fahne in der Familie

6. Februar 2014, 09:49
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Nordischer Kombinierer ersetzt Benjamin Raich bei Olympia-Eröffnung als Fahnenträger

Mit 36 Jahren ist er in Sotschi nicht Österreichs ältester Olympiateilnehmer - Snowboarderin Claudia Riegler ist 40 -, ein Veteran ist er jedenfalls. Zum sechsten Mal bereits agiert der nordische Kombinierer Mario Stecher bei Winterspielen, womit er in dieser Hinsicht ex aequo mit dem Biathleten Alfred Eder und dem Rodler Markus Prock Rekordhalter ist. 16-jährig gab der Steirer 1994 in Lillehammer sein Olympiadebüt. Als zweifacher Olympionike (2006 und 2010 jeweils mit dem Team) darf er am Freitag im Rahmen der Eröffnungsfeier der XXII. Winterspiele Österreichs Fahne tragen.

"Das ist eine große Ehre", sagte Stecher, der "natürlich gerne zugesagt" hat. So natürlich ist das nicht. Der Eisenerzer wurde als Ersatzmann für Benjamin Raich, der aus gesundheitlichen Gründen erst später anreist, nominiert. Mit Stecher ist erstmals ein nordischer Kombinierer Österreichs Fahnenträger. Bei Olympia hofft er auf eine deutliche Formsteigerung. Im Weltcup war er in diesem Winter - in einer Comebacksaison nach Kreuzbandriss - nie besser als Neunter. Zwölf Weltcupsiege hat Stecher zu Buche stehen. Der erste gelang ihm bereits bei zweiter Gelegenheit, am 15. Jänner 1994 mit 16 Jahren am Holmenkollen. Bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften holte Stecher neun Medaillen, eine nur für sich (WM-Silber 2013). Während Stecher in den ersten Jahren seiner Karriere seine Stärken im Skispringen hatte, verbesserte er sich in der Loipe stetig. 2006 und 2010 sicherte er Österreichs Goldene als Schlussläufer.

Ein etwaiges Karriereende will Stecher nicht vom Abschneiden in Sotschi abhängig machen, viel eher von der Gesundheit und von der Frage, ob der Sport "noch Sinn und Spaß macht". Er lebt mit seinen zwei Söhnen und seiner Frau, der ehemaligen Skirennläuferin Carina Raich, in Arzl im Pitztal. Sie vermieten Apartments - im "Haus BergRaich". Carinas Bruder Benjamin und Marlies Schild sind unmittelbare Nachbarn. Die Fahne bleibt also quasi in der Familie. (Birgit Riezinger, DER STANDARD, 7.2.2014)

Österreichische Fahnenträger bei Winterspielen

1948 in St. Moritz: Peter Grießler (Winter-Fünfkampf)

1952 in Oslo: Sepp Bradl (Skispringen)

1956 in Cortina d'Ampezzo: Toni Sailer (Ski alpin)

1960 in Squaw Valley: Norbert Felsinger (Eiskunstlauf)

1964 in Innsbruck: Regine Heitzer (Eiskunstlauf)

1968 in Grenoble: Emmerich Danzer (Eiskunstlauf)

1972 in Sapporo: Manfred Schmid (Rodeln)

1976 in Innsbruck: Franz Klammer (Ski alpin)

1980 in Lake Placid: Annemarie Moser (Ski alpin)

1984 in Sarajevo: Franz Klammer (Ski alpin)

1988 in Calgary: Leonhard Stock (Ski alpin)

1992 in Albertville: Anita Wachter (Ski alpin)

1994 in Lillehammer: Anita Wachter (Ski alpin)

1998 in Nagano: Emese Hunyady (Eisschnelllauf)

2002 in Salt Lake City: Angelika Neuner (Rodeln)

2006 in Turin: Renate Götschl (Ski alpin)

2010 in Vancouver: Andreas Linger (Rodeln)

2014 in Sotschi: Mario Stecher (Nordische Kombination)

  • Mario Stecher wird am Freitag Österreichs Fahne tragen.
    foto: reuters

    Mario Stecher wird am Freitag Österreichs Fahne tragen.

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