Sony steigt vollständig aus PC-Geschäft aus

6. Februar 2014, 08:59
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Marke Vaio wird an japanischen Investor verkauft - Konzern will sich auf mobiles Geschäft konzentrieren

Sony verabschiedet sich aus der verlustreichen PC-Sparte rund um die Marke Vaio. Der Elektronikkonzern kündigte am Donnerstag an, das Computergeschäft an den Investmentfonds Japan Industrial Partners (JIP) zu verkaufen. 

Abschied

Damit verabschiedet sich das Unternehmen vollständig aus dem PC-Geschäft. Laut Sony war eine Reihe von Gründen für die Entscheidung ausschlaggebend, darunter die "drastischen Veränderungen in der weltweiten PC-Industrie". Stattdessen will sich der traditionsreiche Hardwarehersteller ganz auf die Herstellung von Smartphones und Tablets konzentrieren.

Streichung

Um profitabler zu werden, unternimmt das Unternehmen weitere Schritte: Neben einer Streichung von 5.000 Stellen bis März 2015 - davon 3.500 außerhalb Japans - ist eine Abspaltung der TV-Sparte bis Mitte dieses Jahres geplant. Angepeilt werden jährliche Einsparungen bei den laufenden Kosten von 100 Milliarden Yen (730 Millionen Euro). Unklar war zunächst, ob auch Deutschland und Europa von den Stellenstreichungen betroffen sind. Die in Frankfurt notierte Sony-Aktie gab mehr als vier Prozent nach.

Ausblick

Diese Schritte treiben den Elektronik-Riesen im laufenden Geschäftsjahr tief in die roten Zahlen. Sony rechnet für das Jahr bis Ende März 2014 nun mit einem Nettoverlust von 110 Milliarden Yen, umgerechnet rund 800 Millionen Euro. Bisher war ein Gewinn von 220 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Erst für das Geschäftsjahr 2015/16 rechnet Sony damit, dass sich diese Einsparungen auszahlen. Langfristig gesehen will der Konzern seine jährlichen Fixkosten um 730 Millionen Euro zurückschrauben.

Vorgeschichte

Sony startete das Vaio-Computergeschäft 1996. Auf dem Höhepunkt verkauften die Japaner knapp neun Millionen PCs im Jahr. Diese Zeiten sind aber lange vorbei: Der Aufstieg des chinesischen Lenovo-Konzerns bedeutete für Sony den Abstieg. Zuletzt lag der Marktanteil laut Forschungsinstitut Gartner nur noch bei 1,9 Prozent.

Übernahme

Finanzielle Details der Transaktion mit JPI sind nicht bekannt. Medienberichten zufolge dürfte Sony aber maximal noch 360 Millionen Euro für die Sparte erhalten. Sony erklärte, Japan Industrial Partners werde ein neues Unternehmen gründen, in dem das Geschäft weitergeführt werde. Zu diesem Zweck soll JPI 250 bis 300 Angestellte von Sony übernehmen. Sony werde zunächst zumindest fünf Prozent an der neu gegründeten Firma halten. (APA/red, derStandard.at, 6.2.2014)

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    foto: yuya shino / reuters
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