Ban protestiert in Sotschi gegen Homophobie

6. Februar 2014, 09:55
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Offener Brief von 200 Autoren gegen russische Gesetzgebung

Sotschi - Einen Tag vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zur Unterstützung von Homosexuellen aufgerufen. "Wir alle müssen unsere Stimme gegen Angriffe auf Lesben, Schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen erheben", sagte Ban am Donnerstag bei einer Rede vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Sotschi.

"Wir müssen gegen Festnahmen, Inhaftierungen und diskriminierende Einschränkungen, denen sie ausgesetzt sind, aufbegehren", so Ban. Die Olympischen Winterspiele in der Schwarzmeerstadt beginnen am Freitag und enden am 23. Februar. Wegen eines Gesetzes gegen sogenannte homosexuelle Propaganda vor Minderjährigen riefen einzelne Sportler, Künstler und Politiker zum Boykott des Großereignisses auf. Gewaltsame Übergriffe auf Homosexuelle hatten in Russland zuletzt zugenommen.

Offener Brief von 200 Autoren

Zudem forderten kurz vor Beginn der Winterspiele mehr als 200 Autoren, darunter Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die Wahrung der Meinungsfreiheit in Russland. In einem offenen Brief, der am Donnerstag in der britischen Zeitung "The Guardian" erschien, prangert die Gruppe unter anderem die russsischen Anti-Homosexuellen-Gesetze an.

Unterzeichnet wurde der Appell auch von den Nobelpreisträgern Günter Grass und Orhan Pamuk und berühmten Autoren wie Salman Rushdie. Neben Jelinek befindet sich mit Josef Haslinger auch ein weiterer Österreicher auf der Liste. In dem Schreiben heißt es, die Gesetze gegen "Homosexuellen-Propaganda" und Blasphemie würden insbesondere Autoren gefährden. Man könne nicht still zusehen, wenn andere Schriftsteller und Journalisten allein wegen des Mitteilens ihrer Gedanken bedroht würden. (APA, 6.2.2014)

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