Obersteirische Forsthandelsfirma pleite

5. Februar 2014, 16:04
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Sanierung ohne Eigenverwaltung angemeldet - 38 Dienstnehmer und 233 Gläubiger betroffen

Zeltweg/Leoben - Die Interforst Österreich Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Zeltweg hat heute, Mittwoch, beim Landesgericht Leoben Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 233 Gläubiger und 38 Dienstnehmer, die Überschuldung beträgt laut Kreditschutzverbänden rund 4,4 Mio. Euro. Geplant ist die Fortführung und eine Sanierung ohne Eigenverwaltung.

Das vor 35 Jahren gegründete Unternehmen betreibt den Handel mit Produkten der Forstwirtschaft, wobei der gesamte Bedarf von der Pflanzung bis zur Verarbeitung abgedeckt wird. Das Unternehmen hält Beteiligungen im Ausland (Deutschland, Rumänien) und gründete im Zuge der Expansion auch eigene Tochterfirmen in der Schweiz, Kroatien, Bosnien, Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Diese Töchter haben laut KSV, AKV und Creditreform in jüngerer Vergangenheit zu einem erheblichen Wertberichtigungs- bzw. Abschreibungsbedarf in der Bilanz geführt. Verhandlungen über neue Kreditlinien scheiterten.

So belaufen sich die Verbindlichkeiten zu Liquidationswerten nunmehr auf rund 5,7 Mio., die Aktiva werden mit 1,3 Mio. angesetzt. Angestrebt wird ein Insolvenzfortbetrieb und die Umsetzung eines Sanierungsplans, der Einschnitte beim Personal und operative Sanierungsmaßnahmen, wie die Konzentration des Personalmanagements bei der Geschäftsführung, den Abbau des Warenlagers und die Optimierung des Wareneinkaufs zur Entlastung der Liquidität sowie den Ausbau des Online-Handels vorsieht. Den Gläubigern wird vorerst eine Quote von 20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren angeboten.

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